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Die 5. Rock- und Bluesnacht am 10. April 2010 in Mülsen (mit Yard-Bluesband, Texas-Mike und Monokel) Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
Die Band Promillos aus Mülsen und viele weitere fleißige Helfer luden zur 5. Mülsener Rock – und Bluesnacht mit der Yard–Bluesband, Monokel und der Texas–Mike Band. Diese Bandkonstellation war natürlich ganz nach unserem Geschmack. Wir waren positiv überrascht mit wie viel Liebe und Herzblut diese Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt wurde. Das fing mit den schmucken und absolut preiswerten Eintrittskarten an, setzte sich über die zivilen Preise für Speisen und Getränke fort und ging über die vielen aufgeschlossenen Menschen weiter bis hin zum musikalischen Teil des Abends. Ich kann über unsere Stippvisite nach Mülsen wirklich nur Gutes berichten und das tue ich ausgesprochen gerne. Wir waren wieder einmal sehr zeitig vor Ort und so konnten wir uns ganz in Ruhe in der Halle umsehen, etwas gegen den Durst tun und auch ausgiebig mit den Musikern plaudern. Während wir so plauderten, trudelten nach und nach weitere Gäste ein. Wir erfuhren, dass bei den vorhergehenden Rock- und Bluesnächten immer so 350 bis 400 Zuschauer anwesend waren. Ich denke, so viele waren es gestern leider nicht ganz. Das war eigentlich schade, denn so ein Event hätte das wirklich verdient. Doch der Stimmung aller Beteiligten tat das keinen Abbruch. Zum Auftakt der Nacht spielte die Yard–Bluesband. Ich hatte die Truppe schon mal im Dezember 2007 im Vorprogramm von MONOKEL gesehen. Die Band kommt fast als Familienunternehmen daher. Vater Claus Georgi und Sohn Max spielen die Gitarren. Tochter Lisa ist am Bass verantwortlich für die tiefen Töne. Dazu kommen noch der singende Schlagzeuger Christian „Heinzy“ Werner und der Saxophon spielende Karl Rothe. Das Programm der Yard–Bluesband besteht im Wesentlichen aus internationalen Standards des Blues und Rock. Dabei waren auch zwei oder drei Instrumentals. Leadgitarrist Claus setzte sich dabei mit einigen Solos recht ordentlich in Szene. Die gesamte Kapelle schlug sich richtig wacker. Man merkt ihnen an, dass sie seit 2007 ordentlich Erfahrungen auf den Livebühnen gesammelt haben. Der junge „Heinzy“ Werner sang mit so einer heftig dreckigen Stimme den Blues, als würde er schon seit Jahrzehnten nur von Whisky und Zigaretten leben. Eine runde Stunde sorgten Lisa, Claus, Karl, Heinzy und Max in Mülsen für beste Unterhaltung, und die Yard–Bluesband hat mit ihrem beherzten Auftritt die 5. Rock– und Bluesnacht wirklich würdig eröffnet.
Natürlich wurde MONOKEL vom Publikum für ihre freudbetonte Mugge belohnt und in die Verlängerung geschickt. Die drei Herren der Texas–Mike Band übernahmen nach einer kurzen Pause den Staffelstab und fortan bliesen sie uns mit viel Hingabe ihre Versionen von Blues- und Bluesrock-Standards um die Ohren. Das ist schon beeindruckend, was Mike Seeber mit sechs Saiten so alles anstellt, und welche Töne er ihnenn auf diese Weise entlocken kann. Wenn man ihn dabei beobachtet, wie er zeitweise mit geschlossenen Augen spielt, hat man den Eindruck, dass er in die Musik ganz eintaucht, fast versinkt. Mike lässt sich sicher von seinen Stimmungen treiben, und er spielt seine Solos sicher aus dem Bauch heraus. Da bedarf es guter Mitstreiter in der Band. In Bassist Hagen Eisfeld und Schlagzeuger Rolf hat er sie gefunden. Die beiden wissen genau, wo die Phantasie mit Mike gerade hin schwebt und sie liefern dem Gitarrenvirtuosen den perfekten musikalischen Rahmen für seine Ausflüge. Heraus kommt dabei ein Sound, der ungefiltert, kräftig und rauh ist. Ich denke, auch in Mülsen ist manchen Zuhörer mehr als einmal vor Staunen die Kinnlade runter geklappt. Texas Mike hätte den Abend auch so benden können und alles wäre schick gewesen. Aber es wurde noch mal eine kräftige Schippe Spielfreude und Musikalität nachgelegt: Dicki Grimm und Kuhle Kühnert von MONOKEL hatten vorhin „Blut geleckt“, und völlig ungeplant starteten sie die Aktion Gegenbesuch bei Texas–Mike. Wenig später tauchte auch noch Lefty Linke auf der Bühne auf. Was folgte, war eine Session aus Spielfreude und Musikalität, die sich gewaschen hatte. Drei erstklassige Gitarristen warfen sich die Töne gegenseitig wie Bälle zu, und mit zusammen 18 Saiten spielten sie sich nahezu in einen Rausch. Dazu kam das heftige Trommelgewitter der zwei Schlagzeuger Rolf und Dicki sowie der fette Bass von Hagen. Das sind die Nächte, die zur Legende werden, dachte ich so bei mir. Und weil ich so sprachlos war, setzte ich mich in einen seitwärts der Bühne stehenden Schaukelstuhl. Ich habe keine Ahnung, wer das Ding dort hingestellt hat und warum es da stand. Ich war als Zuhörer jedenfalls im Blues-Olymp angekommen und genoss von meinem schaukelnden Thron aus minutenlang wie erstarrt jeden Ton. Die Musiker stachelten sich gegenseitig immer wieder an und sie spielten einen Klassiker nach dem anderen. Man sah deutlich, dass sie sich selber am meisten über diese Gipfeltreffen von wahren Vollblutmusikern freuten. Da guckte keiner auf die Uhr oder gar nach einem Programm-Ablauf. Dafür sah man in strahlende Augen und Gesichter auf und vor der Bühne. Kuhle bemerkte hinterher, dass er so lange wie er bei MONOKEL spielt, noch nie so eine ausgiebige Sonderschicht eingelegt hätte. Ob das wirklich so stimmt? Ich habe keine Ahnung, aber ich habe Bernd Kühnert lange nicht so aufgedreht gesehen. Nach rund ca. 5 1/2 Stunden war dann Feierabend. Während sich die Halle rasch leerte, ließen wir das Erlebte noch lange nachklingen und klönten dabei noch ausgiebig über dies und das. Irgendwann rafften wir uns dann doch auf und traten die Heimreise an. Gegen 04.45 Uhr kam ich total knülle und dabei trotzdem selig lächelnd zu Hause an.
Fotoimpressionen:
Auftritt Yard-Bluesband: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt Monokel: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auftritt Texas Mike: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
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