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Bericht: Patricia Heidrich (Tag 1) Frank Rofall & Ulli (Tag 2) Fotos: Karl Pfannenschmidt, Patricia Heidrich
Bilder und Lieder aus der Herzensheimat - Tag 1 Bericht von Patricia Heidrich Der diesjährige Altenhofer Liedersommer wurde bunt eingerahmt von Alf Ator (Knorkator), der seine Ausstellung im Bootshaus am Breten am Werbellinsee eröffnete, mit wenig Sprüchen, mit Sekt und Selter, mit einem durchaus mehr hörenwollenden Publikum... und der Tibeterin Soname Yangchen. Der etwas schüchtern wirkende Knorkator-Alf ließ vom Initiator des nunmehr 8. Altenhofer Liedersommers, Günter Landmann, das schon anwesende Publikum persönlich zur Bootsgalerie führen, wo Günter Landmann und Alf Ator es sich gönnten, diesen schönen, recht stürmischen, Sommerabend nicht durch lange Reden zu verlangweilen. Ator vergaß sogar den Hinweis darauf, dass die Bilder auch käuflich zu erwerben sind. Auf Anfrage des interessierten ganz jungen bis älteren Publikums nach eventuellen Preisen, erklärte er in Kürze angemessen "Pro Quadratmeter tausend Euro". Nun hatte das auf Lagerfeuer und Weltmusik erpichte Publikum aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausreichend Pinunzen in der Tasche, aber Ator ließ sich nicht lumpen und schenkte Postkarten seiner Bilder, die Namen tragen wie BRELZ, JUBO, KNILP, DOSX und PIRRG, vor allem an die Kinder; so hab ich jetzt Dank meines Sohnes auch einen kleinen signierten ATOR in der Küche hängen...
Nachdem die Augen sich an Buntem sattgesehen hatten, der eine und andere Smalltalk mit Ator gehalten worden ist, Sekt und Selter ausgeschlürft waren, strömten die Fans des Altenhofer Liedersommers zurück vor die Bühne, wo für 20.30 Uhr Soname Yangchen und Gäste angekündigt waren. Einer ihrer Gast sei bereits an dieser Stelle hervorgehoben, da er praktisch jedes Jahr in Altenhof ist: Sonny Thet. Soname Yangchen steht für tibetanische Weltmusik; sie gilt sogar als "Stimme Tibets"... und wenn sie nicht gerade in Altenhof gastiert, dann tritt sie neben Musikern wie Elton John auf. Ihr Weg nach Altenhof war lang, steinig und beschwerlich: Sie startete im Tibet als Tochter einer verarmten adligen Familie, wobei das Adligsein den chinesischen Besatzern ein Dorn im Auge war. Im Buch "Wolkenkind" erzählt Soname, wie ihre Eltern öffentlich ausgepeitscht wurden und der Großvater mit dem Kopf über ein Feuer aus brennenden scharfen Pfefferschoten gehalten worden ist. Soname und ihre Geschwister mussten dabei zusehen. Ihre Eltern schickten sie zum Schutz weg und aufgrund widriger Umstände landete Soname als versklavte Putze in einer fremden Familie. Von dort gelang ihr 16-jährig die Flucht zu Fuß über den Himalaya, allein und unter lebensgefährlichen Bedingungen, nach Indien. Statt der Erfüllung ihres größten Traums, nämlich ein Kennenlernen des Dalai Lama, der 1959 während des Tibetaufstandes nach Indien ins Exil ging, wartete dort Vergewaltigung und Schwangerschaft auf sie. Mit Kind, ohne Ausbildung und Job hat sie unter Umständen, die ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen kann, versucht, sich und ihre Tochter durchzubringen. Irgendwann ging es aber nicht mehr, wenn beide überleben wollen, müssen sich ihre Wege trennen... Sie verabschiedete sich von ihrer Tochter und gab sie zurück nach Tibet. In Delhi lief ihr das Glück über den Weg und sie fand wieder eine Anstellung als Hausdame, und zwar bei einem der reichsten Männer von Indien. In seinem Hause erhielt sie zum ersten Mal Kontakt zur europäischen Kultur, gewöhnte sich an die anfangs ungewöhnlichen und missfallenden westlichen Sitten und Gebräuche und kam dann über Frankreich nach England. Dort angestrandet fand sie ihren Frieden und auch (erst) ihre Stimme, als sie auf einer musiklosen Hochzeitsfeier anfing, tibetische Berglieder für die Gäste zu singen...
Neben dem schon erwähnten Sonny Thet wurde Soname Yangchen begleitet an verschiedensten Blasinstrumenten von Raminta Kurklietyte und am Schlagzeug von Alexander "Sascha" Drosdow. Raminta Kurlietyte stammt aus Litauen und lebt in Berlin-Moabit. Alexander Drosdow wurde in Russland geboren, studierte klassisches Schlagzeug. 1992 blieb er ebenfalls in Berlin hängen, als er mit der Band RASPUTIN hierher eingeladen worden war. Seit dem Jahre 2000 spielt er beim MALENKI FUN ORCHESTER. Ein Knorkator, ein Haase, ein Zöllner und vieles mehr am... Tag 2 Bericht von Frank Rofall & Ulli Es gibt Plätze und Begebenheiten, an die man immer wieder gern zurückkehrt. Ein solcher Platz ist Altenhof, eine solche Begebenheit ist der Altenhofer Liedersommer. Letztes Jahr konnten wir diese Veranstaltung zum ersten Mal miterleben. Die Begegnungen mit vielen lieben und besonderen Menschen, das zauberhafte Ambiente des Ortes und die erlebte Musik weckten unsere Sehnsucht und hielten diese ein Jahr aufrecht. Es ist ein weiter Weg aus dem Vogtland dorthin, aber es hat sich wieder einmal gelohnt. Man muss den Organisatoren einen großen Dank aussprechen. Wir tun dies hiermit und wissentlich auch im Namen einiger Anderer. Sie haben wieder mit viel Enthusiasmus und Liebe an der Sache die 8. Auflage dieses Events auf die Beine gestellt. Den Samstagabend eröffnete Alf Ator, vielen bekannt als Mitglied der Band Knorkator, die für so manche musikalische Überraschung "berüchtigt" ist. Aber Alf Ator ist mehr - Schriftsteller, Texter und wie sich für so manchen neu herausstellte auch Maler. So konnte man einige seiner Bilder auch dort vor Ort sehen. Mit unglaublichen Witz und seiner berührenden lockeren Art führte er durch den Abend. Den musikalischen Reigen eröffneten Carmen Orlet und Hugo Dietrich. Es war ein leiser, trotzdem wunderschöner Auftakt. Sie zogen das Publikum vom ersten Lied an in ihren Bann. Einerseits schafften sie es auf amüsante Art und Weise ernsthafte Themen anzuschneiden, z.B. im Lied über pupertierende Eltern, aber auch traurige Augenblicke des Lebens mit einer spürbaren Ernsthaftigkeit auszudrücken. Hugo Dietrich entpuppte sich als ein sehr feinfühliger Gitarrist und es gelang ihm sehr emphatisch den Gesang von Carmen zu untermalen. Stimme und Gitarre verschmolzen perfekt.
Was dann als Einlage von Alf Artor folgte, bezeichnet er selbst als interaktives Playbacktheater. Er holte sich mehrere Leute aus dem Publikum, um den alten Knorkator-Song "Schlüpfer" auf eine für viele völlig neue Art darzustellen. Die nicht enden wollenden Lachsalven zeigten, dass Alf Ator mit seinem Humor den Nerv der zahlreichen anwesenden Gäste mehr als getroffen hatte.
In André Gensicke hat Dirk Zöllner einen Partner zur Seite, der ihn in vielen Dingen perfekt zu ergänzen scheint. Zöllner, die Rampensau mit seiner berührenden und ausdrucksstarken Stimme... Gensicke, der scheinbar Schüchterne am Piano, zumindest so lang er auf der Bühne steht! André Gensicke hat ein wunderbares Gespür für Melodien und den richtigen Groove. Wir können uns einfach nur sehr darauf freuen, was von Dirk Zöllner in Zukunft noch zu sehen und zu hören ist. Die Welt braucht noch mehr Veranstaltungen dieser Art. In diesem Sinne möchten wir erwähnen, dass sich etwas Ähnliches im beschaulichen Rerik an der Ostsee regt und auf den Bericht von Steffen Huth über den Reriker Liedersommer hinweisen (siehe HIER). Dessen Organisator, Rene Wiggers, der schon jetzt fleißig auf die Wiederholung dieser Veranstaltung direkt am Ostseestrand hinarbeitet, ließ es sich nicht nehmen, auch in Altenhof vor Ort zu sein. Ganz persönlich ein großes Dankeschön auch an alle anwesenden Freunde. Uns hat die Liebe zur Musik zusammengeführt und der Gleichklang dieser Liebe bedeutet uns unsagbar viel. Danke für Euch!!!
Fotoimpressionen:
Tag 1: ![]() Bootshaus am Breten ![]() Bild PONG, Günter Landmann, der Chef vom Bootshaus und Initiator des Altenhofer Liedersommers, und Alf Ator ![]() Die Jüngsten waren fasziniert... ![]() ...und die älteren Semester auch. ![]() Alf Ator und Monika Erhardt ![]() Sonny Thet, Raminta Kurklietyte, Soname Yangchen und Alexander "Sascha" Drosdow ![]() Günter Landmann eröffnet den 8. Altenhofer Liedersommer ![]() Soname Yangchen ![]() Sonny Thet ![]() Soname Yangchen und Gäste auf der Altenhofer Bühne ![]() Soname ![]() Raminta Kurklietyte ![]() Alexander Drosdow Tag 2: ![]() Full House im Altenhofer Bootshaus am Breten ![]() Hugo Dietrich ![]() Carmen Orlet: "Entschuldigt bitte, dass ich da bin..." ![]() Brunhilde 2011 ![]() René Schostak von der Haase Band ![]() Daniela Schwabe von der Haase Band ![]() Sonny Thet und Rio Reiser zu Gast bei Haase & Band ![]() Tina Powileit ![]() Schostak, Powileit & Haase ![]() Haase Band ![]() Alf Ator moderiert... und Zöllner wartet nicht wirklich auf seinen Auftritt ;-) ![]() Ator hat sich Publikum auf die Bühne geholt. Wer arbeitet schon gern allein...? ![]() André Gensicke ![]() Das Duo Infernale heizt ein... ![]() Zöllner und sein Gast Robert Gläser ![]() Duo Infernale: André Gensicke und Dirk Zöllner ![]() ![]() Schostak, Powileit und Zöllner |