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Bericht: Rüdiger Lübeck Fotos: Rüdiger Lübeck
Mit singenden Schauspielern ist es bekanntlich so eine Sache. Und für schauspielernde Sänger gilt das nicht minder. Ungezählte gänzlich misslungene Ausflüge dieser Art führen unweigerlich zur Konsequenz, derartigen Projekten generell mit einer gewissen Skepsis zu begegnen.
Armin Müller-Stahl hat sich in seinem künstlerischen Wirken jedoch nie auf die Schauspielerei beschränkt, diese nie losgelöst von alternativen Ausdrucksformen und Techniken betrieben. Er ist zugleich Mime, Regisseur, Maler, Autor, ja - und auch Musiker natürlich. Und das gerade Letzteres keine bloße Laune ist, dürfte sich angesichts eines bereits 1949 abgeschlossenen Studiums der Violine und Musikwissenschaft von selbst erklären. Er kann es also, und auf Drängen seiner Frau holte er die vielen kleinen jazzigen und zum Teil auch chansoniert angehauchten Stücke, die er bereits vor 45 Jahren schrieb, wieder aus der Schublade hervor und machte hieraus mit tatkräftiger Unterstützung seines Freundes und Weggefährten Günther Fischer eine mehr als gelungene Platte (Rezension hier: HIER kllicken).
Angesichts der fortschreitenden "Technisierung" dieser Tage, die von Armin Müller-Stahl so beklagt wird, stellt er sich bewusst wider dem Zeitgeist, gestaltet das Programm sentimental. Es ist ein Abend der zumeist leisen Töne, ein Abend des zwischen den Zeilen Lesens, der Metaphern, verpackt so oft in banal witzigen Reimen, gern der Fabelwelt bedienend. Die Texte sind meist zeitlos, wenn damals auch aktuellen Anlässen entlehnt. Der Vietnamkrieg beispielsweise, oder auch der Abend vor dem Verlassen der DDR wird groß bebildert - der Abend, an dem alles, was nicht mitgenommen werden konnte, durfte oder auch sollte, in einem kleinen Feuerchen auf dem Hof zu Rauch aufstieg: "Kieckt, da qualmt mein Feuer zum Himmel hin, da oben die vabeulte Wolke, da steck ich mit drin". Gern lehnt sich Müller-Stahl aber auch zurück, überlässt seinen Begleitmusikern in Gänze das Feld. Es bedarf keiner ausladenden Worte ob der herausragenden Qualität der Darbietung eines Günther Fischer. LŽart de Passage-Gründer und Theaterchef Tobias Morgenstern steht dem mit seinem virtuos komödiantischen Akkordeonspiel ebenso wenig nach, wie Kontrabassist Tom Götze. Und der Mime selbst ist immer noch ein Meister auf seiner Stradivari. "Die Instrumente stellen sich Fragen und geben sich Antworten" - wohl wahr! Mit "Solo-Sunny" schließt Günther Fischer den Abend, der natürlich mit einer kleinen Zugabe nochmals in die Verlängerung geht. Großartig!
Fotoimpressionen:
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