ELECTRA live in der "Heiligen
Mühle" zu Erfurt am 25. Juni 2011



Bericht:
Jürgen Naue

Fotos:
Jürgen Naue





Die "Heiligen Mühle" in Erfurt ist ja mittlerweile bekannt dafür, auch die langsam in Vergessenheit geratenden "Ost-Bands" gern einzuladen. So gastierte am 25. Juni zum zweiten Male die Dresdener Kapelle ELECTRA auf dem historischen Mühlenhof.

Wie immer gut gelaunt erschienen die Mannen um Bernd Aust gegen 17:00 Uhr zum Aufbau, so dass auch noch das eine oder andere Gespräch möglich war. Neu für mich war diesmal Stephan Trepte, der beim letzten Konzert krankheitsbedingt verhindert war. Wie schon 2007 ist allein der Soundcheck der Band sehr beeindruckend. Man merkt, dass hier studierte Musiker mit Leidenschaft bei der Sache sind.

Gegen 20:00 begann dann die Vorband SACK & PACK auf dem schon einigermaßen gefüllten Mühlenhof ihre Lieder darzubieten. Nur mit zwei Gitarren und Gesang kam schon Stimmung beim hauptsächlich "mittelalten" Publikum auf, auch Dank solcher Klassiker wie "Märchenland" von Lift und "Sonntag" von Manne Krug.

Eine Stunde später legte dann ELECTRA wie erwartet mit der "Säbeltanz"-Adaption los. Die Musik der Gruppe zeichnete sich ja schon immer durch ihre Verbindung zur Klassik aus. Bandchef Bernd Aust führt gekonnt und humorvoll durch das Programm. Den Anfangsteil machte der von Gisbert Koreng gesungenen Titel "Einmal ich, einmal du...". Danach war dann Stephan Trepte an der Reihe, der auch die "Reform"-Songs "Wenn die Blätter fallen" und "Wie im Film" sang. Aber auch die Instrumentalstücke der Band sind immer wieder toll. Bernd Aust ist einfach ein Meister auf Querflöte, Klarinette und Saxofon, so dass diese Werke frischer denn je rüber kommen. Gitarrist Eckard Lipske glänzte dann bei "Still got the Blues" (von Gary Moore) und auch ein kleines Drum-Solo gabs. Auch brachte Wolgang Riedel sein immer wieder gern gehörtes Bass Solo zu Gehör.

Ein weiterer Höhepunkt war natürlich auch Peter "Mampe" Ludewigs Auftritt, u.a. mit den Liedern "Weil deine Seele brennt" und dem "Grünen Esel". Am Ende des Abends spielte Andreas Leuschner dann auf seinem Keyboard die berühmte Kirchenorgel aus dem Opener zu "Tritt ein in den Dom". Dieses Werk ist ja schon immer der perfekte Abschluß eines ELECTRA-Konzerts. Zwei Zugaben erkämpfte sich das Publikum aber trotzdem noch. Zu erwähnen sind sicherlich noch die weniger oft gespielten Titel "Einmal Amerika" oder "Goldhamster".

Ich persönlich vermisse trotz drei hervorragender Sänger in Reihen von ELECTRA manchmal doch die glasklare Stimme von Manuel von Senden - heutzutage übrigens an der Oper in Graz engagiert. Solche von ihm gesungenen Titel wie "Gott Morpheus", "Jahrmarkt" und "Erinnerung" fehlen mir persönlich schon etwas im Repertoire. Alles in allem war aber wieder ein Konzert der Extra-Klasse von ELECTRA in der "Heiligen Mühle" zu erleben.




Fotoimpressionen:


Soundcheck











Vorprogramm: SACK & PACK










ELECTRA