Klaus Hoffmann live am
27.11.2008 im Berliner Admiralspalast




Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Rüdiger Lübeck




Nachdem ich letztes Wochenende schöne Tage bei lieben Freunden, übrigens auch Musiker, verbringen dufte, stürzte ich mich danach super erholt und gut gelaunt in eine neue Konzertwoche. Am Mittwoch begann diese und für Donnerstag hatte uns Klaus Hoffmann in den Admiralspalast eingeladen. Ich war neugierig auf das, was mich wohl erwarten würde, da ich Klaus Hoffmann vorher nicht kannte.
Gegen 18:45 Uhr verließ ich mein Büro und machte mich direkt auf den Weg zur Friedrichstraße. Da ich bereits andere Konzerte im Admiralspalast erlebte, fand ich mich sofort zurecht. Am Eingang wurden wir freundlich begrüßt, nahmen unsere Gästekarten mit dem Hinweis auf die anschließend stattfindende Aftershowparty in Empfang. Kurz darauf begab ich mich zum Merchandisingstand, der bestens bestückt war. Es war ein sehr langer Tisch und viele CDs aus dem Schaffen Klaus Hoffmanns der letzten Jahre oder auch Jahrzehnte konnten käuflich erworben werden. Das älteste Album auf CD, das ich dort entdecken konnte, stammte aus dem Jahr 1975. Ich begab mich in den Saal und fand sofort Reihe 7 Platz 29. Im wunderschönen Saal saßen auf den roten Sesseln Leute fast jeden Alters. Ich würde behaupten im Alter zwischen 25 und 75 waren Männlein und Weiblein gleichermaßen vertreten. Auch vom ersten und zweiten Rang, goldfarben mit dreiarmigen Kerzenleuchtern verziert, ragten viele Köpfe hervor. Der Admiralspalast war mit ca. 1400 Zuschauern fast ausverkauft. Als ich mich umsah entdeckte ich im Hintergrund einen Kamerakran; dazu später mehr. Die große Bühne war richtig voll gepackt: Mittig ein Mikrofon, rechts daneben zwei Stühle und dahinter vier Gitarren in ihrem Ständer, schräg davor lag eine Bouzouki (ähnlich einer Mandoline). Links neben den Gitarren ein Schlagzeug. Auf der linken Bühnenhälfte stand ein schwarzer Flügel. Im Hintergrund waren 21 Orchesterplätze zu sehen, links 11 und rechts 12.
Um 20:05 Uhr betrat das Deutsche Filmorchester Babelsberg die Bühne. Eine Dame vom rbb kam hinzu und erklärte den Zuschauern, dass es sich an diesem Abend um eine Fernsehaufzeichnung des rbb handelt und fügte hinzu: "Wer sich unwohl fühlt kann jetzt den Saal noch verlassen." Das Publikum kicherte. Am 19.12. oder 19.01. und auch am 14.02. erfolgt die Ausstrahlung im rbb. Die Bühne erleuchtete nun im blauen Licht und das Orchester spielte ein paar Töne. Ich sah wie die rbb-Moderatorin in einer kleinen Loge die Anmoderation der Fernsehsendung absolvierte. Und plötzlich machte sich ein Zuschauer aus dem 1. Rang bemerkbar, er verkündete lautstark: "Ist das ihr ernst oder der gespielte Witz, dass ich den Kran die ganze Zeit vor der Neese habe?" Er konnte nicht wissen, dass sich der Kran nur zwischen dem 1. Rang und dem Parkett bewegen würde und maximal (nur in Ausnahmen) bis zur 7. Reihe vordringen sollte.
Und dann war es endlich so weit, das Konzert der "SPIRIT"-Tour 2008 im Admiralspalast begann. Klaus Hoffmanns Band betrat der Reihe nach die Bühne: Pianist, Bassist, Drummer und Gitarrist. Sie spielten "Das Röschen" an und Klaus Hoffmann betrat die Bühne und sang: "Da war ein Tag, ein schöner Tag...". Die Zuschauer begrüßten ihn sehr freudig und Klaus Hoffmann dankte indem er mit einem Zwinkern sagte: "Schön, dass Sie bei Tageslicht gekommen sind." Er spielte damit auf die etwas hellere Umgebung wegen der Fernsehaufzeichnung an und führte fort: "Vorhin sagte jemand: Du hast ein Heimspiel" und "Wir haben die äußerliche Realität nach innen getragen. Bei uns gibt es auch einen Kran".
Klaus Hoffmann stellte seine Band vor: Michael Brandt an Gitarre und Bouzouki, Peter Keiser am Bass, Hawo Bleich am Klavier und Stephan Genze am Schlagzeug. Und mit Stolz begrüßte er das Babelsberger Filmorchester. Klaus Hoffmann ist der geborene Entertainer. Er erzählt mit Händen und Füßen Geschichten aus den 50er Jahren, Liebesbriefe unterzeichnete er früher als Neunjähriger mit "Hochachtungsvoll" und übt gerne schon am Anfang den Schluss. Denn wenn man die Arme ausbreitet, bedeutet das: Es ist zu ende, es kann geklatscht werden. Der folgende Test funktionierte natürlich auf Anhieb. Mit "Spirit.de" ("Spirit" so auch der Titel seines aktuellen Albums) ging es weiter im Programm. Den überwiegenden Teil bestritt er vom aktuellen Album, aber auch die Klassiker durften nicht fehlen. Klaus Hoffmann scheute keinen noch nicht fest sitzenden Song, "Frühling" präsentierte er galant mit einem Zettel in der Hand. Seine deutschen Texte sind anspruchsvoll, wobei er aber zwischendurch auch mal kurz das Jacket auszieht, auf einen Stuhl steigt und kurze Zeit später wieder galant im Anzug daher schlenderte. Einen Augenblick später spielte er zu manch einem Chanson auf seiner Akustikgitarre, auch hier zeigte das Publikum Begeisterung. Seine Band wechselte zwischen diversen Instrumenten. So kam nicht nur der Flügel, sondern auch ein Keyboard, ein lektrischer Kontrabass, sowie Akustik- und E-Gitarre zum Einsatz. Gegen 21:15 Uhr wurden wir in eine Pause geschickt. Danach ging es wieder mit Geschichten von Klaus Hoffmann weiter. Der Künstler erklärte die Entstehung des Wortes "Kunst" mit: "Kunst mir mal 5 Euro leihen?" Anschließend swingte er mit "Treppe ruff, Treppe runter". Hierbei durfte das Publikum mitpfeifen, sollte aber hinterher nicht vergessen "die Spucke beim Vordermann weg zu wischen". Die Zuschauer waren recht textsicher und schunkelten, während Klaus Hoffmann nach griechischer bzw. spanischer Musik tanzte. Mit zwölf blauen Lichtern und vier weißen Spots wurde das Finale eingeläutet, wobei Hoffmann am Ende die Arme hoch reißt. Die fünf Musiker verneigen sich, genauso wie das Deutsche Filmorchester Babelsberg. Hoffmann und seine Musiker verließen die Bühne, aber das Publikum forderte lautstark nach Zugaben. Kurz darauf standen die fünf Musiker in der vorderen Bühnenhälfte und sangen Acapella "Salambo". Da flippten die Zuschauer völlig aus, niemand blieb sitzen. Klaus Hoffmann wollte dann den Abend mit den Worten "Adieu mein Weib ich liebe dich" beenden und bekam von Fans zwei Rosen überreicht. Aber es wurde noch einmal Nachschub gefordert, Klaus Hoffmann und sein Pianist betraten erneut die Bühne. Nach dem Song "Mein Weg" schenkte Klaus Hoffmann seinem Pianisten eine Rose und sie verabschiedeten sich Hand in Hand, stürzten aber im selben Atemzug erneut in eine Zugabe. Mit "Wunderbarer Morgen" konnte das Publikum noch einmal die Textsicherheit beweisen, und am Ende stimmte der Pianist mit ein. Um 23:00 Uhr verließen nur zufriedene Gesichter den Saal.
Wir standen danach gefühlte zwanzig Minuten (in Wirklichkeit vielleicht doch nur zwölf) im Treppenhaus. Unserer Einladung zur Aftershowparty konnten wir jedenfalls nicht folgen, da sich bei Klaus Hoffmann wohl noch weitere Verpflichtungen im Anschluss an das Konzert knüpften. Kann sein, dass wir auch einfach nur zu ungeduldig waren!?




Foto Impressionen:


















































































Nach dem Konzert:



Die Autorin, Petra Heinzel, beim Einkaufsbummel am Merchendise-Stand

Die Autorin ist am Ende erschöpfter als der Künstler selbst ;-)


...das nächste große Konzert kann kommen!



Alle Fotos des Abends von Rüdiger Lübeck findet Ihr in seinem Fotoalbum HIER...