KARUSSELL auf Tournee in Schweden im Juli 2010


Bericht: Casus Campari
Fotos: Casus Campari


Karussell auf Sommertour
Mit Konzertauftritten in den schwedischen Regenbogencamps Monstreas und Ahus hat die Leipziger Band Karussell ihren musikalischen Rocksommer 2010 eingeläutet. Weitere Konzerte folgen entlang der deutschen Ostseeküste und auch gern mal etwas im Landesinneren.

Seit ihrem Comeback vor drei Jahren sind die Mannen um Bandgründer und -leader Wolf Raschke und das nicht-alternde Stimmwunder Oschek Huth aber auch im Studio aktiv. Gerade erst erschien die zweite Maxi mit drei neuen Songs und der a capella-Version von Cäsars "Lieb ein Mädchen", wohl auch eine zusätzliche Verbeugung vor dem langjährigen Gitarristen und Sänger der Gruppe. Dabei verlangte der Abstecher in die beiden skandinavischen Camps der Regenbogen Gruppe durchaus organisatorische und physische Höchstleistungen von Band und Technik, die sie aber in gewohnter Weise souverän meisterten. Von wegen Rockerrente!

Auf beiden Bühnen wurde das durch Auftritte deutscher Rockbands nicht gerade verwöhnte internationale, vor allem aber schwedische Publikum in der Landessprache begrüßt. Joey, wie der Junior in der Band gern genannt wird, übernahm dabei ungefragt die Initiative, wie er die Band auch dort führt, wo man mit deutscher Sprache nicht mehr weiterkommt. Das passiert einem in Schweden mittlerweile doch schon öfter.
Der Auftritt nahe der traditionsreichen Stadt Ahus sollte dabei noch einmal eine Steigerung gegenüber dem ersten Konzert am 20. Juli in Monstreas werden. Und wenn sich einige der ca. 3.000 Camper nicht durch die harten Gitarrenriffs und trotzdem melodischen Klangstrukturen der typischen Karussell-Songs anlocken ließen, so kamen auch hier im hohen Norden die Fans und Besucher voll auf ihre Kosten. Mitsingen ist bei Karussell obligatorisch und selbst in Schweden summt das Publikum, weil der deutsche Text gerade nicht parat ist. Rockmusik ist natürlich auch hier so kurz vor dem nördlichen Wendekreis (!) ein wohltuend verbindendes Element des jüngeren, jungen und jung-gebliebenen Publikums. Britta und Bernadette, zwei nach unseren Vorstellungen typische Schwedinnen, hatten sich deshalb auch rechtzeitig in der ersten Reihe postiert und haben uns nach dem Konzert noch einmal versichert, wie sie doch auf deutsche Rockmusik und Rockmusiker stehen. Auch Jürgen, der Alles-organisierende-Universal-Lagerleiter im Camp Ahus war begeistert von dem "Fischlein unterm Eis" und dem "Zimmer unterm Dach". Jürgen, der eigentlich aus Bad Hersfeld stammt, in Eisenach ein Hotel betreibt und diesen Sommer das Regenbogen-Camp in Südschweden organisiert, war sowieso die gute Seele rund um den Karussell-Auftritt. Das Konzert in Ahus wurde von rockradio.de mitgeschnitten. Der Sendetermin wird auf der Website rechtzeitig bekanntgegeben.

Was übrigens sind "typische Schwedinnen"? Schlank, blond, jung? Nein, das ist nicht das entscheidende Merkmal; sie sind nett und freundlich! Wie B & B aus der ersten Reihe.