Bericht: Heide Puls
Fotos: www.kriskristofferson.com







Von einem Konzert einer weiteren Musiklegende beim Tollwoodfestival möchte ich heute berichten, nämlich von Kris Kristofferson. Er wurde 1936 in Texas geboren, ist ein amerikanischer Countrysänger, Musiker, Songwriter und Schauspieler. In den 60er Jahren, zum Teil noch als Hubschrauberpilot tätig, zog er 1965 nach Nashville/Tennessee um dort seine musikalische Karriere zu beginnen. Neben dieser arbeitete er ab den 70er Jahren bis heute auch als Schauspieler (u.a. "Convoy", 1978). Viele seiner Songs wurden von berühmten Sängern gecovert. Die berühmteste war die Bluessängerin Janis Joplin mit ihrer Version von "Me and Bobby McGee". Er gehört zu den Rebellen und Outlaws der Country-Music, und mit dem Nashville-Kommerz wollte er nichts zu tun haben. In den 80ern und 90ern trat er verstärkt mit politischen Liedern auf, große Erfolge konnte er von 1985-1995 als Mitglied der Countryband "The Highwaymen", zusammen mit seinen langjährigen Freunden Johnny Cash, Willie Nelson und Waylon Jennings, verzeichnen.

Heute nun war er zu Gast in der Musikarena auf dem Tollwoodgelände. Die Arena war bestuhlt und sehr gut gefüllt mit einem erwartungsvollen Publikum. Auf die Bühne kam ein Mann mit seiner Gitarre und der Mundharmonika - sonst nichts. Kris Kristofferson pur! Ich war etwas irritiert, um ehrlich zu sein, habe ich ihn mit seiner Band erwartet. Ich glaube, vielen Besuchern erging es ähnlich wie mir. Nach den ersten Liedern, als drittes kam schon "Me and Bobby McGee", schien der Bann gebrochen, denn er wurde mit reichlich Applaus bedacht. Der erste Teil des Konzertes gehörte den leiseren und manchmal etwas düster wirkenden Liedern. Seine Stimme klang etwas heiser, und mit den tiefen Tönen hatte er so manches Mal seine Probleme, er war offensichtlich leicht erkältet.

Von 19.45 Uhr bis 20.00 Uhr gab es eine kleine Pause. Danach, so hatte man den Eindruck, wurde er lockerer und erzählte zu jedem Song eine kleine Geschichte, was das Publikum erheiterte. Gegen 21:00 Uhr war das Konzert offiziell zu Ende. Er wurde aber mit viel Beifall wieder auf die Bühne geholt. Nach drei Liedern ("Thank you", "Moment of Forever" und "Please don`t tell me") war das Konzert endgültig zu Ende.
Ich fand, es war eine großartige Leistung, ein Konzert von gut 1 3/4 Stunden allein nur mit Gitarre und Mundharmonika zu bestreiten, obwohl ich persönlich schon zeitweise seine Band vermisst habe. Das Publikum gab ihm zum Schluss Standing Ovations, was ihn sichtlich berührte, aber natürlich auch sehr freute. Sehr oft wird er sicherlich nicht mehr nach Europa kommen.


Setlist vom 17.07.2010