"Kultstars die 4." am
15.12.2007 in Zwickau

(mit Torfrock, Sailor, KARAT und CITY)


Bericht: Manuela Fischer & Karin Itzigehl
Fotos: Karin Itzigehl




Manuela Fischer:
Am 15.12.2007 stand für mich das Konzert "Kultstars die 4." in Zwickau auf dem Plan. Um 19:00 Uhr begann die Veranstaltung, und Torfrock aus Schleswig-Holstein kam auf die Bühne. Auf diese Band hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut. Nach ihrem Auftritt war ich leider total enttäuscht, weil man einfach nichts verstanden hat. Die Gruppe war viel zu laut, man hörte nur Bässe und sie passte einfach nicht in das Konzept des Abends.
Von 20 Uhr bis 21 Uhr spielten Sailor. Ihr bekanntester Hit war in den 70ern "Girls, Girls, Girls". Sie lieferten eine prachtvolle Bühnenshow ab, die einfach genial war. Schöne irische Klänge und am Ende ihres Auftritts ein toller Strip, den die Männer auf die Bühne zauberten. Wir dachten sofort: "KARAT wird es schwer haben, da anzuschließen", denn die fünf Edelsteine waren als nächster Programmpunkt angekündigt.
KARAT präsentierten dem Publikum auch Dank ihrer Lichttechniker eine geniale Bühnen- und Effekteshow, die an diesem Abend einzigartig war. Man setzte die einzelnen Solos perfekt mit Lichteffekten in Szene. Drummer Michael Schwandt, Gitarrist Bernd Römer, Keyboarder Martin Becker und Bassist Christian Liebig spielten zeitweise Claudius komplett an die Wand, der sich während der Solis desöfteren mal in den Hintergrund zurückzog.
Die meisten waren wegen KARAT gekommen. Michael, Bernd, Christian, Martin und Claudius sind wunderbar vom Publikum getragen worden. Ohne Zugaben kamen sie nicht von der Bühne. Das genialste Stück war wie immer der "Albatros". Das was KARAT gestern gezeigt hat, war für meinen Geschmack das Genialste, was sie dieses Jahr bisher abgeliefert haben. Nachdem KARAT gegen 23:00 Uhr ihre Show beendet hatten, leerte sich der Saal zur Hälfte. Ich bin danach auch gegangen, denn die vergangenen vier Stunden hatten es in sich, und ich war total müde und erschöpft. Den Auftritt von CITY konnte ich deshalb nicht mehr sehen, und kann deshalb hier an dieser Stelle auch nicht viel dazu sagen...

Karin Itzigehl:
Ich möchte den Bericht von Manuela noch ergänzen, weil ich bis zum Schluss da war. Auch wenn jetzt gleich ein paar Kritikpunkte von mir kommen, möchte ich gleich vorweg sagen, dass die gesamte Veranstaltung auf jeden Fall ein schönes Erlebnis war. Zustimmen muss ich Manuela, dass Torfrock überhaupt nicht ins Gesamtkonzept passte, mit dieser Art Musik. Obgleich sie natürlich auch ihre Fans haben und viele aus dem Publikum textsicher diese Stimmungslieder mitsangen, setzten sie sich deutlich von dem ab, was ich Rock-Konzert nenne, wenn schon Karat und City eingeladen sind. Sailor ist zwar auch nicht mein Geschmack, ins Konzept passten sie meiner Ansicht nach auch nicht wirklich, aber immer noch besser als Torfrock. Bei Sailor fand ich blöd, dass dieses bunte Vehikel, das auf die Bühnenmitte gefahren wurde und auf dem das Keyboard und die Instrumente standen, irgendwie im Weg war. Wer links vor der Bühne stand, sah den einen nur mit dem Rücken, den zweiten dahinter gar nicht und den Schlagzeuger auch nur, wenn er nach vorn kam. Auf jeden Fall war die Stimmung schon bei diesen beiden Gruppen gut bis super. Schade, dass der Moderator sie mit seiner billigen Animation nicht aufgenommen hat. Leute auf die Bühne holen und ein Stück Lied nachsingen lassen für drei Flaschen Bier, na ja... aber Karat-Fans und City-Fans haben ja schon ganz andere Sachen ausgehalten als Vor- oder Zwischenprogramm.
Ohne Zweifel war die Stimmung bei Karat einfach der Höhepunkt. Der Saal bebte, die Lichteffekte waren traumhaft, und jeder der Karäter brachte seine Solis brillant rüber: Christian und Bernd in Albatros und Sieben Brücken oder Martin mit seiner Mundharmonika vor dem Publikum herumzappelnd oder am Keyboard beim Blauen Planeten, Jubel für Micha, der sich nicht nur am Schlagzeug verausgabte, sondern auch auf der Bühne wild austobte. Vielleicht meinte Manuela ja das, als sie schrieb, dass sie Claudius an die Wand spielten. Diese Floskel könnte den Anschein erwecken, als hätten sie von der Lautstärke Claudius übertönt. Das war nicht der Fall. Akustisch fand ich das Konzert perfekt. Ich stand vorn, hinten könnte es eigentlich nur besser gewesen sein. Und wie immer Zugabenforderungen, die die glücklichen Karäter gern gaben. Dann wieder dieser Moderator, der die Zeit überbrücken musste, bis City begann. Klar, dass die meisten sich das Gequatsche nicht antun wollten. Deshalb war der Saal erstmal halb leer. Aber er war wieder voll bei City, sie rissen alle mit, nicht nur mit ihren Hits, auch mit einigen Liedern ihrer neuen CD „Yeah, yeah, yeah“. Eindrucksvoll war „Glastraum“ wie immer mit der Folie in dem blauen Licht, aber auch Joro, ein Wunder, was er seiner Geige entlockt. Ich glaube, es war dem späten Zeitpunkt geschuldet, dass der Beifall bei einigen Liedern nur mäßig war. Viele waren einfach etwas müde geworden, vier Stunden Steh-Konzert am Stück sind einfach zuviel. Von City gab’s später noch Autogramme, aber da waren viele schon weg. Rückblickend werde ich dieses Konzert trotz allem in guter Erinnerung behalten. Ungeliebte Kleinigkeiten vergisst man bald, das Gute bleibt.




Foto Impressionen: