Bettina Wegner, Salli Sallmann
mit Band und Stephan Krawczyk live
in Potsdam am 13. August 2011



Bericht:
Kristian Winkler

Fotos:
Kristian Winkler





13.August 2011: Der 50.Jahrestag des Mauerbaus. Wie in jedem Jahr fand auch diesmal eine Gedenkveranstaltung um die Glienicker Brücke statt. Genauer gesagt, an der Osthälfte der Brücke, die skurrilerweise von 1949 bis 1990 "Brücke der Einheit" hieß. Ein geschichtsträchtiger Ort, von denen es in diesem Lande so viele nicht gibt, und regelmäßiger Arbeitsplatz von Rechtsanwalt Vogel. Hier wurde unter anderem Abel, Spion der Sowjetunion in der USA, gegen Powers, abgeschossener U2 Pilot, ausgetauscht.

Sozusagen als kulturelles Rahmenprogramm fand um 18.00 Uhr ein Konzert statt: Bettina Wegner, Stephan Krawczyk und Salli Sallmann mit Band. Eine perfekte Kombination an einem perfekten Ort. Bettina Wegner machte den Anfang. Sie hatte ein paar Schwierigkeiten mit ihrer frisch operierten rechten Hand, machte ihre Sache aber trotzdem gut. Ich habe sie vor 30/35 Jahren mal gesehen und gehört. Damals war ich über mich selbst etwas erschrocken, weil mich das, was sie zu sagen hatte, so angesprochen hat. Heute kann ich das etwas entspannter sehen. Aber ich bin auch mittlerweile 54, sie ist 63 (Sie hat das selbst vor Ort gesagt,also brauche ich es nicht zu verheimlichen...) und in den letzten 30 Jahren ist viel passiert. Sie ist eine warmherzige und ehrliche Frau, das kommt von der Bühne rüber und man nimmt ihr das ohne Probleme ab. Stephan Krawczyk war für mich eine Premiere. Ich habe ihn vorher nicht auf der Bühne gesehen, er war mir nur als Liedermacher, Staatsfeind und als in Westberlin lebender "Problemfall" bekannt. Allerdings hatte ich 2,3 Mal persönlich mit ihm Kontakt. Ich habe ihn nach Westberlin zurück geschickt bei seinem Versuch, die Transitstrecke zu benutzen. Ich glaube, er hat damals auch noch ganz gerne die "Mächtigen" des Landes geärgert, und wenn es auch nur durch sein Erscheinen geschah. Irgendwie musste ich bei unserem "Wiedersehen" etwas schmunzeln. Wie können sich die Zeiten doch ändern... Was soll ich sagen zu seinem Auftritt? Ein kluger Mensch, der etwas zu sagen hat und auch weiß, wie man das an den Mann bringt.
Bei Salli Sallman wurde es dann logischerweise etwas lauter. Um mich herum habe ich beobachtet, wie einige Zuhörer sich etwas zur Dämmung in die Ohren steckten. Eine Frau hat sich sogar die Ohren zugehalten. Musste ich wieder schmunzeln... Da waren wohl einige dabei, die nicht regelmäßig solche Konzerte besuchen.

Alles in allem kann man sagen, die drei gehören zu denen, die mit Worten umgehen können, die Probleme der Gesellschaft benennen können und das auch tun. Das unrühmliche Bauwerk hat bei ihnen an dem Abend nicht die vorrangige Rolle gespielt, sondern mehr die Probleme, mit denen wir uns heute so herumschlagen müssen, die wir uns selbst organisiert haben. Die Mauer spielte nur unter der Rubrik Mahnung und Erinnerung, um aus der Geschichte zu lernen, eine Rolle.
Ich glaube fast, die meisten haben etwas anderes erwartet. Deswegen war nach meinem Eindruck die Stimmung bei den Zuhörern eher verhalten, obwohl die Veranstaltung gut besucht war. Allerdings lichteten sich die Reihen merklich, als Salli Sallman dran war, so gegen 19.30 Uhr. Naja, es war halt bestes Wetter und die Biergärten und die Restaurants lockten zum Abendessen. So sind wir eben.

Um die Geschichte zu Ende zu bringen: Es war nicht gerade das Highlight für die Masse des Publikums, zumindest nach meinem Eindruck. Aber mir hat es gefallen, besonders weil das Land nicht viele solche Künstler hat, wie diese drei.




Fotoimpressionen:


Bettina Wegner





Stephan Krawczyk





Salli Sallmann mit Band