|
Modern Soul Band am 13. Oktober 2007 in Weimar (beim "Weimar Zwiebelmarkt", Platz der Demokratie) Bericht: Wolfram Schenck Fotos: Nadja Notzke
Samstagabend kurz vor 23:00 Uhr. Es ist ziemlich kalt, und in Kürze soll die Modern Soul Band spielen, die letzte Band unseres Ostmusik-Programms.
Der Sänger geht zum Mikrofon, nun geht's los. Von wegen. Es fehlt ein Mundstück für eine Posaune: "Hat vielleicht jemand zufällig eines einstecken?"... Scheinbar nicht, denn einige Minuten später beginnen die sieben verbliebenen Musiker das Konzert ohne Posaune. Aber eigentlich ist der Begriff "Konzert" falsch gewählt. Offiziell ist es zwar eins, aber das was sich in den folgenden ca. 150 Minuten abspielt, sollte eher als große Party beschrieben werden. Die Spielfreude der Musiker überträgt sich sofort auf das Publikum. Das geht ins Bein, das geht in die Füße; schon der erste Song "Everybody needs somebody to love" macht dermaßen Laune, dass keiner mehr stillstehen kann, und die Kälte ist schnell vergessen. Das Programm umfasst eigene Lieder auf Deutsch und Englisch, ebenso wie Klassiker von "Blood, Sweat & Tears", "James Brown" oder "Otis Redding". Auch um aktuelle Thematiken macht man keinen Bogen, so werden zum Beispiel mit dem Titel "Trink mal lieber 'n Schlückchen Wasser" die Flatrate-Sauf-Parties auf die Schippe genommen. Die Band ist in bester Laune, was natürlich auch auf das Publikum übergeht. Laola-Wellen von vorne nach hinten und umgekehrt, oder auch von rechts nach links oder von beiden Seiten macht das Publikum gerne mit, haben doch die "männlichen Groupies" vorn an der Bühne schon lange alle angesteckt! Neben Modern Soul Band Urgestein und Bandgründer Gerhard "Hugo" Laartz gehören u.a. mit Carsten Muttschall und Gisbert "Pitti" Piatkowski weitere gestandene Ostrock-Musiker zur Modern Soul Band, die seit Jahren in nahezu unveränderter Besetzung spielt. Vor allem Laartz und Piatkowski konnten mit mehreren Soli ihr Können an den Tasten bzw. an der Gitarre unter Beweis stellen, und das obwohl es bei den Temperaturen mit Sicherheit nicht einfach ist, über die Saiten zu flitzen! Und dann kam plötzlich Bandmitglied Nr. 8 auf die Bühne: der Posaunist! Irgendwo hatte er in der Zwischenzeit ein Mundstück aufgetrieben, jetzt stand der kompletten Besetzung für das letzte Drittel nichts mehr im Wege! Der Beifall des Publikums war ihm jedenfalls sicher. Nächstes Jahr feiert die Modern Soul Band ihr 40-jähriges (!!!) Bestehen, und dafür wird "Berlin eingerissen", so haben sie es jedenfalls angekündigt. Sollte man sich nicht entgehen lassen, Gelegenheit wird es dazu wohl genug geben! Und jetzt geht es nur noch nach Hause unter die warme Dusche und ins Bett, immerhin ist es halb zwei in der Nacht und es ist dann doch verdammt kalt geworden! Aber es war ein schöner Abschluss des diesjährigen Zwiebelmarkt-Konzert-Marathons, der uns jetzt leichtfüßig nach Hause tanzen lässt!
![]()
![]()
![]() ![]() |