Die Puhdys live auf der "Hutberg-
bühne" zu Kamenz am 22. Mai 2010

(Vorbands: QuerBeetRock und MuSix)

Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann






Alle Jahre wieder zieht es die Fans am Pfingstsonnabend auf den Kamenzer Hutberg. Die Hutbergbühne ist im Laufe der Zeit wahrlich zum Mekka der PUHDYS-Fans geworden. Aus der gesamten Republik reisen die Anhänger von Maschine, Quaster, Eingehängt, Klaus und Bimbo zu diesen Traditionskonzerten in der Lessingstadt an. Trotz Finalspiel der Bayern und der Eishockey-WM erklimmten gestern wieder Tausende Musikfans den „heiligen“ Berg. Die Gipfelstürmer aus nah und fern wissen, dass die Kamenzer Konzerte der PUHDYS etwas ganz Besonderes sind. Hier fahren die PUHDYS immer eine besonders schöne Show auf und rund um das Konzert kann man viele Freunde und Fans treffen. Kamenz ist deswegen wohl DAS PUHDYS-Fantreffen überhaupt.

Gestern meinte es sogar der „Wettergott“ gut mit uns. Es herrschten angenehme Temperaturen und von einer Regendusche blieben wir auch verschont. Nicht nur die PUHDYS kommen in die Jahre, auch wir merken das Älterwerden jeden Pfingstsonnabend auf's Neue bei der Bergbesteigung. Der Veranstalter hatte mit den wartenden Fans auch ein Einsehen und öffnete seine Tore weit vor der angegebenen Einlasszeit. Doch den ersten Schock gab es am Getränkestand, 3 Euro für 0,4 Liter Bier aus dem Plastebecher sind meiner persönlichen Meinung nach ganz schön unverschämt. Doch davon lassen wir uns die gute Laune nicht verderben. Das Warten auf den Beginn des Konzertes ist in Kamenz überhaupt kein Problem, da man an allen Ecken und Kanten Freunde und Bekannte trifft mit denen man Neuigkeiten austauschen kann.

Die erste Vorband kam aus Bautzen und hieß QuerBeetRock (www.querbeetrock.de). Das ist in Kamenz ja auch schon eine schöne Tradition, dass regionale Bands hier eine Chance erhalten. Mir fallen da immer gleich Silbermond ein und natürlich „meine“ KLARtext’ler, die hier schon vor den PUHDYS rockten. QuerBeetRock machte auf der großen Bühne keine schlechte Figur und sie verkauften sich wirklich gut. Mit deutschen und internationalen Coversongs stimmten sie das weite Rund schon prima auf den Abend ein. Brian Adams' „Summer of 69“ und „Wand an Wand“ von CITY waren so für mich ihre Highlights. Die sechs Musiker ließen sich von der Riesenkulisse auch nicht verschrecken, sondern spielten couragiert und sichtbar freudbetont ihren Part. Das Publikum machte es ihnen auch leicht.

MuSix hatten wir ja schon einmal in Dresden beim Stadtfest erlebt. Insofern wussten wir, was uns bei dieser Band erwartet. Diese Musiker machen ja alles mit dem Mund, ich meine jetzt das Musikalische ;-)
Die acapella–Truppe coverte vornehmlich Ostrock-Titel von Karat bis Keimzeit, und mit einer einfallsreichen Bühnenshow lockerten sie das Ganze auch auf. Der saubere Satzgesang der Musiker ist eine Ohrenweide. Trotzdem muss ich sagen, dass die Wahl von zwei Coverbands im Vorprogramm meiner Meinung nach etwas unglücklich ist. Die beiden Gruppen sind sich zwar nicht ins Gehege gekommen, aber ich höre ganz gern auch mal was völlig Neues.
Dann kamen sie endlich auf die Bühne, die von Dieter „Maschine“ Bier angeführten Altrocker von den PUHDYS. Die fünf Herren hatten „Lust auf Abenteuer“ und zwar besonders „Hier oben“. Begleitet von einer eindrucksvollen Licht- und Lasershow sowie Bildeinspielungen auf den Wänden am Bühnenhintergrund taten die PUHDYS das, was sie am besten können. Sie rockten die Hutbergarena mit alten und neuen Hits. Darauf hat das Publikum ja gewartet und bald herrschte das typische Kamenz-Flair. Mitsingende Fans, brennende Wunderkerzen und bunte Leuchtstäbe begleiteten die Band den ganzen Abend bei ihrem Abenteuer Hutberg 2010. An Sound und Licht gab es absolut nichts zu meckern. „Kühle Lady“, „Neue Helden“ usw. die Jungs knallten uns einen Hit nach dem anderen um die Ohren. Vieles bei PUHDYS–Konzerten ist ja mittlerweile altbekannt, wie zum Beispiel zwei mitrockende Fans beim „Ikarus“ oder „Bis ans Ende der Welt“ mit dem Saxophon spielenden Peter „Eingehängt“ Meyer.

Vieles davon mag ich ja, aber manches könnte auch mal ausgetauscht werden, um mal wieder frischen Wind ins Programm zu bekommen. Trotzdem verdient das gestrige Konzert insgesamt die Note 1. Klaus Scharfschwerdt glänzte besonders bei seinem Schlagzeug-Solo. Im Zugabenteil gab es natürlich „Alt wie ein Baum“ und „Hey, wir woll’n die Eisbärn seh’n“.
Der absolute Kracher war aber die Premiere des neuen Liedes „Auf nach Kamenz“, welches die PUHDYS eigentlich extra für den Tag der Sachsen 2011 geschrieben haben. Ich denke, dass diese Hymne künftig bei keinem Konzert in Kamenz fehlen darf. So wie ich das sehe, setzt dieses Lied der magischen Verbindung Kamenz – PUHDYS – Fans endlich ein würdiges (Ton-)Denkmal. Der Refrain ist sehr mitsingfreudig und der Text des Liedes handelt natürlich von der Erfolgsgeschichte der magischen Verbindung. Hier noch eine schöne Textzeile aus dem Lied: "Wo der Rhododendron blüht, singen wir unser Lied..." Dazu muss man wissen, dass der Hutberg um die Pfingstzeit immer mit einer farbigen (Rhododendron-)Blütenpracht aufwartet.

„Das Buch“ beendete dann das rund zwei stündige Konzert der PUHDYS. Band und Publikum feierten sich dann noch gegenseitig mit reichlich Applaus. Das Abenteuer Hutberg 2010 ist vorbei und schon jetzt warten wir sehnsüchtig auf die Fortsetzung im Jahr 2011. Auch wenn die Ersteigung des Berges da wohl noch mühsamer wird, sind wir nächstes Jahr wieder zur Stelle, wenn es heißt „Die PUHDYS kommen“.




Fotoimpressionen:

Vor dem Konzert (Beobachtungen am Rande):















Auftritt "QuerBeetRock":



















Auftritt "MuSix":

























Auftritt "Die Puhdys":