Renft am 06.12.06 in Berlin

Bericht: Thomas Jonscher
Fotos: Dietmar Meixner




Bereits kurz vor 21.00 Uhr war der Saal des Kesselhauses gut gefüllt, und zu Konzertbeginn ,ca. eine halbe Stunde später, war kaum noch ein Durchkommen. Das Gros des Publikums war mit der Band in die Jahre gekommen und gereift, doch es waren vereinzelt auch jüngere und ganz junge Gesichter in den Reihen zu entdecken.
Und es wird wohl nicht nur am Anlass gelegen haben, dass sich an diesem Abend keine jener störenden Begleiterscheinungen in die Atmosphäre mischten, die sonst schon so ´ne Art Naturgesetz bei Konzerten zu sein scheinen - wir meinen dieses hochgradig nervende, lautstarke Gequatsche und jene "I´m so very busy , very important , I´m so very cool"-Telefonate, die mit dem Geschehen auf der Bühne nicht das Geringste zu tun haben und nur der zweifelhaften Ego-Pflege der jeweiligen Protagonisten dienen. Dafür aber ´ne Begleiterscheinung der angenehmen Art: rockradio.de war in Person von Fred Überdieek (DJ Fredi) präsent und übertrug das gesamte Konzert live - eine Wiederholung dieser Aufzeichnung liegt durchaus im Bereich des Möglichen.
Kurz nach halb zehn dann der enthusiastisch begleitete Aufmarsch der Gloriatoren (ost-)deutscher Rockmusikgeschichte und die gingen dann mit "Quartermaster Stores" und "Bleib bei mir" aus der Zeit kurz nach dem Renftschen Urknall auch gleich von Null auf Hundert, hielten dieses Level satte drei Stunden durch und legten ab und an sogar noch ´ne Schippe Energie & Leidenschaft obendrauf.
Neben Cäsar (wieder gewohnt souverän & charismatisch) und Monster zwei weitere Vocaleros: die begnadete Christiane Ufholz und Hans-Jürgen Beyer. Letzterer mit der stylisch "unkaputtbarsten" Fön-Frisur, die je auf der Bühne des Kesselhauses stand, aber die Röhre dieses Mannes ist immer noch immens beeindruckend, nur: welche Verschleuderung von Talent in den vergangenen Jahrzehnten! Dritter Gast im Bunde - aber leider nur zweimal im Zugabenteil live on stage - war Micha Heubach. Falls den jemand nicht kennen sollte: "Du hast den Farbfilm vergessen".
Kreuz und quer durch die eigene und internationale Musikgeschichte spielten sich die zwölf Jungs & Mädels (neben Christine Ufholz noch Spieler-Violinerin Jana Mende), so folgte z.B. auf Creams "White Room" der eigene Über-Klassiker "Zwischen Liebe und Zorn", Janis´ "Me And Bobby McGhee" schloss sich "Nach der Schlacht" von der zweiten Renft-LP an, und im Anschluss auf das eigentlich uncoverbare, aber in Monsters Version immer wieder auf´s Neue gänsehautverursachende "Child In Time" gab es das "Lied auf den Weg" . Musikalisch und textlich dann der passende Konzertabschluß mit "Besinnung". Entlassen in die milde Dezemberfrühlingsnacht wurde das Publikum gegen 0.30 Uhr mit zwei Video-Einspielungen, die noch einmal an Klaus & Pjotr erinnerten.
Unser Fazit: Scheiss-Anlass - Ganz großer Abend! Und auch wenn wir nicht ganz so den telepathischen Draht nach oben in den Musikantenhimmel haben: Dem Klaus hat es gewiss gefallen...





























Alle Fotos von Dietmar Meixner findet Ihr im Fotoalbum HIER...