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Berliner Rundfunk 91,4 Open Air 2010 am 19. Juni 2010 auf der Kindl-Bühne Wuhlheide Bericht: Jürgen Löscher / Petra Heinzel Fotos: Jürgen Löscher
Kurz vor 18:00 Uhr begrüßte ein junger Moderator vom Berliner Rundfunk mehr als 10.000 Konzertbesucher und kündigte den ersten Act des Abends an. Die fünf Jungs von Kensington Road, eine Berliner Band mit Heimvorteil, legten sich mächtig ins Zeug. Sie donnerten ihren ersten Titel "Leave this town" dem Publikum entgegen, das vorerst etwas zögerlich reagierte. Das änderte sich kurzerhand mit ihren weiteren Hits "No more lovesongs" und "Long time home". Nach ihrem 20-minütigen Auftritt verließen sie mit dem Hinweis auf eine anschließende Autogrammstunde die Bühne. Im weiteren Programmverlauf wurden wir in die 80er Jahre versetzt. Der kleine (Größe), aber dennoch große (Stimme) Frontmann Jimmy Sumerville eroberte mit seiner Band die Bühne. Mit seiner enorm gewaltigen Stimme sprang der Funke sofort zum Publikum über. Er überzeugte mit seinem Hit "Don`t leave me this way". Es ging Schlag auf Schlag. Mit vielen erfolgreichen Songs aus den 80ern begeisterte Jimmy mit seiner Band das Berliner Publikum, die gar nicht genug bekommen konnten. Die Sonne fehlte inzwischen am Berliner Abendhimmel, aber Jimmy heizte den Konzertbesuchern ordentlich mit "You make feel" und "Smalltown boy" ein. Nach einer dreiviertel Stunde musste, mit Widerwillen des Publikums, die Bühne für die nächste Band geräumt werden. Das nächste Highlight wartete auf die Konzertbesucher. Der ewig jung gebliebene Chris Norman verzauberte mit seinem charmanten Lächeln die Frauenherzen. Die Augen vieler Damen funkelten. Es waren aber keine Tränen, und auch keine Regentropfen von denen uns der Berliner Himmel verschonte, sondern die Begeisterung als "Midnight Lady" erklang. Nicht nur die Frauen waren begeistert, auch Männer sangen kräftig mit. "Living next door to Alice" sorgte für anhaltende Stimmung. Mit "Who the fuck is Alice" feierten die Fans ihren Chris Norman, der eine ausgezeichnete Band an seiner Seite hatte (an Gitarre und Backgroundgesang eine blonde Frau). Viele Fotoapparate waren auf den sympathischen Typ (Chris) gerichtet. Ohne Zugaben ging es an dieser Stelle nicht. Die Fans forderten sie ein, und bekamen diese auch. Unter großem Jubel verließ Chris Norman mit seiner Band die Bühne, sie machten Platz für eine Rockröhre.
Der britische Popsänger Leslie Sebastian Charles, besser bekannt als Billy Ocean, war der nächste vom Berliner Rundfunk geladene Gast. Der Strahlemann hatte eine große Band im Nacken. Mit ihnen konnte er seine alt bekannten Hits dem Publikum in gekonnter Manier vortragen. Der Rasterlockenmann begeisterte mit seinem größten Hit "Caribbean Queen" vom Album "Suddenly" aus dem Jahr 1984. Auch "Love really hurts without you" hatte er im Gepäck. Mit den Worten: "Auf Wiedersehen, es war wunderschön. Ich komme bald wieder" verabschiedete sich Billy gegen 22:00 Uhr vom deutschen Publikum. Nun war es an der Zeit. Während der sehr kurzen Umbauphasen, die zwischen den Acts nötig waren, aber auch immer mit Musik vom Band und Anmoderation überbrückt wurden, waren bereits des Öfteren Rufe nach einer Ostrockband zu hören. Die Puhdys wurden gefordert. "Wir wollen die Puhdys seh`n" sangen die angereisten Fans. Über 40 Jahre stehen sie schon auf der Bühne bzw. im Musikgeschäft. Genauso wie damals sangen sie "Geh zu ihr und lass deinen Drachen steigen". Leuchtstäbe und Wunderkerzen erhellten die Wuhlheide als die Puhdys weitere Hits aus ihrer langjährigen Musikgeschichte dem Publikum entgegen schmetterten. Diese beehrten die Ostrocker mit stürmischem Applaus. Quaster hielt die Massen mit "Alt wie ein Baum" in Wallung und Maschine sang und rockte gemeinsam mit den Fans "Hey, wir woll`n die Eisbär`n seh`n". Eine bunte Lichtshow sorgte am bereits dunklen Abendhimmel für die passende Stimmung. Die Puhdys rockten und werden sicher noch lange nicht in die "Rockerrente" gehen, man würde sie vermissen. Kurz vor 23:00 Uhr waren die ersten Töne vom Lied "Das Buch" zu hören und just in dem Moment begann ein Feuerwerk der Superlative. Goldregen, Sterne und Fontänen beleuchteten den Abendhimmel, der uns zum Glück einen Konzertabend ohne besondere Vorkommnisse bescherte. Kein Regen!
Fotoimpressionen:
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