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SPLITT live am 12. Juni 2010 in Döbeln Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
Gegen 22.00 Uhr lag die Bühne im Dunkeln und zunächst betraten die 5 Männer von SPLITT die Bühne. Der Einstieg mit dem „Unter'm Asphalt“–Intro war schon mal der erste musikalische Leckerbissen des Abends. Deutlich konnte man dabei schon hören, dass dort oben auf der Bühne absolute Profis am Werk waren. Ich habe dieses Intro schon bei den SILLY–Konzerten immer sehr gemocht. Es zaubert in mir so eine unbeschreiblich nachdenkliche Stimmung und gleichzeitig steigert dieses Stück Musik in mir immer auch die Vorfreude auf das nun beginnende Konzert. Mit Sängerin Petra Großheim war die Band wenige Augenblicke später komplett und mit „Bataillon d’amour“ folgte der nächste Hammer. Petras Stimme passt perfekt zu den Liedern von SILLY, sie klingt ähnlich kraftvoll, wie die Röhre von Tamara Danz. Ich ließ mich von der Musik mitreißen und nahm dabei die Band in Augenschein. Alle Bandmitglieder waren in schwarze Bühnenkleidung gehüllt. Zunächst verursachte das bei mir ein Stirnrunzeln, weil auch der Bühnenhintergrund schwarz war. Ich machte mir da ein wenig Sorgen wegen der Fotos. Aber diese Gedanken waren unbegründet, wie ich im Nachhinein feststellte.
Das Konzert entwickelte sich immer mehr zur richtigen Party. Das lag zum einen an der Titelauswahl und zum anderen am volksnahen Auftreten von Frontfrau Petra. Schlagfertig und witzig reagierte sie auf Zwischenrufe, und auch der eine oder andere Ausflug von ihr ins Publikum lockerte das Ganze ordentlich auf. Bei „Kling Klang“ holte sie eine junge Frau als Verstärkung auf die Bühne. Zu einem späteren Zeitpunkt durfte die Dame noch mal ran ans Mikro und zwar bei „Jugendliebe“. Das ging sogar so weit, dass die Frau Großheim der Besucherin kurzerhand ein Blatt Papier mit dem Text in die Hand drückte und sich dann gesanglich total zurückhielt. Die junge Dame hatte aber diese Gedankenstütze gar nicht nötig und löste die Aufgabe mit Bravour. Die von SPLITT auch gespielten Lieder „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen und das von Vroni Fischer bekannte „Auf der Wiese“ kamen besonders gut bei den Döbelnern an. Minuspunkte sammelte sich das Publikum in meinen Augen, als es voten sollte, welchen Karat–Titel SPLITT noch spielen sollte. Die Mehrheit entschied sich für „Blauer Planet“ und mein Lieblingslied „Albatros“ war damit leider aus dem Rennen.
Schlagzeuger Stephan ist eigentlich ein West-Import, wenn ich Petra richtig verstanden habe, aber der Junge hat immerhin am 7. Oktober Geburtstag ;-) Der Mann trommelte präzise und mit Schmackes. Am Keyboard sorgte Ecki Steineck für die richtigen Tastentöne. Er erledigte seine Arbeit unauffällig und absolut banddienlich. Mit „Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn“ von den PUHDYS kann man jede gute Ostrock-Party noch ein paar Stufen mehr zum Kochen bringen. Auch SPLITT heizte dem Volk in Döbeln mit diesem Lied zum offiziellen Konzertabschluss noch mal so richtig ein. Die Folge davon waren natürlich stürmisch geforderte Zugaben. Da ließ sich die Band auch nicht lange bitten und legte noch eine kurze Verlängerung ein. Unter anderem spielten sie noch „Nie zuvor“ von electra. Nach dem Konzert stellte sich die Band den Fans noch für Gespräche, Fotos und Autogramme zur Verfügung. Petra und ihre 5 männlichen Bandkollegen konnten durch ihre absolute Volksnähe auch dabei ordentlich punkten. Meine bescheidene Meinung, dass SPLITT wirklich eine sichere Bank für einen stimmungsvollen Ostrockabend ist, hat sich in Döbeln wieder mal vollauf bestätigt. Was schlussfolgert man daraus?? Genau, die nächste SPLITT–Mugge kommt bestimmt.
Fotoimpressionen:
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