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Bericht: Hartmut Helms Fotos: Pressefotos (Textillustration) Hartmut Helms (Fotoimpressionen)
Ringo, Rick, Edgar & Co. rocken das Tempodrom Du bist heute um die 60, fühlst dich gut und willst es noch einmal wissen? Noch ein einziges Mal diesen Orkan spüren, der dich wie eine Woge erfasst und einfach nach oben trägt, wo keiner älter als 16 oder 17 war? Kannst du haben, geh zu RINGO!
Inzwischen gibt es die Band, in der er einst trommelte, schon lange nicht mehr und die mit ihm auf der Bühne musizieren, haben die ihren auch irgendwo in der Vergangenheit verloren. RICK DERRINGER, der kleine Mann an der roten Gitarre, erinnert noch einmal an seine Band, die McCoys, denen es gelang, den Beatles die Chartspitze streitig zu machen und als die beiden Drummer, neben Ringo noch GREGG BISSONETTE, den Rhythmus klopfen und der Bass einsetzt brüllen geschätzte 4000 Kehlen mit: "Ha-hang on sloopy, sloopy hang on", bumm, bumm... What a fucking good feeling! Im Bühnenhintergrund leuchtet ein großer Stern, ein Seestern, wie man ihn aus dem Bullauge eines U-Boots in Zeichentrickfilmen sehen kann. Der schillert bunt, je nachdem, wie er gerade angestrahlt wird und vor ihm steht Ringo und meint, jeder könne jetzt mit ihm gemeinsam ein Lied singen, das er einst mit einer anderen Band sang. Auch diesmal ist der Einsatz des tausendstimmigen Chores perfekt und der Klang überwältigend: "We all live in a yellow submarine, yellow submarine." Da ist es wieder, dieses Gefühl, das ich meine.
Die ganzen zwei Stunden werde ich das Gefühl nicht los, dass dort unten auf der Bühne gerade "Spaßrocken" stattfindet. Die Band ballert die blanke Energie in die Hütte und zuweilen rockt und rollt es, etwa als WALLY PALMER mit seiner Gitarre einen auf "Rock'n'Roll & Hootchie Cootchie" macht, dass man meint, man(n) müsse seine eigene Luftgitarre auspacken und die eigene Sau raus lassen. Da brennt schlicht die Luft, das Auditorium tobt und überall rinnt der Schweiß aus den Poren. Als dann noch RICK DERRINGER solistisch in die Saiten greift, dass man meint, sie glühen sehen zu können, bekommen mal wieder einige Möchtegernklampfer die Leviten gespielt und gelesen - so geht das nämlich, meine Herren!
Ich war im Tempodrom und ich habe Ringo Starr erlebt, nachdem ich Jahre zuvor schon mit Paul McCartney rocken durfte. Ich hab' die Woge gespürt, die mich noch immer trägt und ich weiß, diese zwei Stunden waren auch meine, und keiner wird sie mir je wieder nehmen können. Es ist, wie noch einmal 15 oder 17 gewesen zu sein und trotzdem zu wissen, dass dieser Moment auch wieder vorbei sein wird. Was soll's! Ringo hat Karten an die ersten Reihen verteilt und freundliche Worte gesprochen. Er ist gekommen und auch wieder gegangen. Zum Ende erklang der Chorus von "Give Peace A Chance", der uns noch einmal alle stimmgewaltig vereinte und dann war Schluss, einfach so, ganz ohne eine Zugabe - oder hat er einfach nur durchgespielt? Da war ich dann bei aller Fröhlichkeit doch etwas verwundert, hab' mir dann aber mit meinem Freund und Kumpel in den leer werdenden Reihen sitzend noch einmal das "Yellow Submarine" gesungen und alles war wieder gut. Wichtig ist doch, solche Momente zu leben, sie gemeinsam mit anderen zu teilen, denn dadurch werden sie einmalig, sind mit nichts zu vergleichen und durch nichts zu ersetzen. Wie singt doch Ringo in einem seiner Klassiker: "I'm the greatest and you better believe it, baby". Jeder weiß, dass dies nur Wort-Slapstick ist und dennoch weiß jeder auch, es ist schlicht die Wahrheit!
Fotoimpressionen:
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