Back into the Darkness - oder vom Abendrot bis zum Morgengrauen
Wer erinnert sich nicht gerne an Selma Hayeks Auftritt in Robert
Rodriguez und Quentin Tarantinos "From Dusk till Dawn"? Mit einer
Schlange um den Hals räckelt sie sich verführerisch zu dem einzigen
Titel, der für so eine Szene überhaupt in Frage kommt: "After Dark" von
Tito & Tarantula. Praktisch über Nacht wurde die Band um Frontman Tito
Larriva weltweit bekannt. Der Titel erschien dann 1997 auf dem Album
"Tarantism", welches ich kurioser Weise einen Tag vor der Einladung auf
das Konzert zu gehen, für einen schmalen Taler erstanden habe. Schade,
dass sich Selma mit ihrer Schlange dann aber nicht blicken ließ, hatte
ich doch mit meinem Fotopass den besten Platz in der ersten Reihe.
Trotzdem hat sich der Besuch des Konzertes mehr als gelohnt, denn neben
zahlreichen Damen, die dann doch noch auf der Bühne zu sehen waren, gab
es natürlich erstklassigen Hardrock auf die Ohren. Den Support bildete "Van Raveschot". Die Berliner Band um die Französin Amélie beschreibt ihren Musikstil auf ihrer Myspace-Seite als Cold-Wave-Punk-Rock. An ihre "Boomerang tunes" muß man sich vielleicht
noch etwas gewöhnen. Immerhin schafften sie es die Menge zum Mitwippen
zu bewegen, und spätestens als Amélie einen Titel mit "Now we have sex"
ankündigte, wurden auch die letzten Konzertbesucher locker. Für alle, die
sich selbst ein Bild machen möchten sei an dieser Stelle der Duncker
Club am 23. Juli empfohlen. Die Band spielte eine satte dreiviertel Stunde und ebenso lange dauerte die darauf folgende Umbaupause. Für mich überraschend war, dass die
Vorband ihr Zeug selbst wegräumte, und dass die Fans die ungewöhnlich
lange Wartezeit ohne viel Murren hinnahmen. Vereinzelt gab es mal kurzes
Begeisterungs-/Protestpfeifen aber insgesamt blieb alles ruhig.
Irgendwann muss der Hauptact ja kommen.
Der kam dann auch gegen 22.30 Uhr und legte gleich los mit "In my car",
ein Titel vom neuen Album "Back into the Darkness", welches mit der
aktuellen Tour promotet wird. Zu hören gab es dann aber einen bunten Mix
aus der gesamten Diskographie der Band und einige Coverversionen wie
z.B. "Motorcycle Girl". Bewußt lässig und gelassen gespielt, brachten sie
ihre Titel dermaßen zum grooven, daß ordentlich Bewegung in die Menge
kam. Für ausreichend Grund zum Pogen sorgten neben Sänger Tito, Lucy
Laloca am Bass, Steven Hufsteter an der Gitarre und Rafael Gayol am
Schlagzeug. Lucy sollte dann auch nicht die einzige Frau auf der Bühne
bleiben, denn zu "After Dark" holte Tito wahllos Mädels aus dem Publikum
auf die Bühne und die Party ging richtig los.
Mit "Here is a song about kakerlakas" kündigte Tito danach "Angry Cockroach" an, einen weiteren Song aus dem "From Dusk till dawn"-Soundtrack. Gekonnt ließen sie ihn das allseits bekannte "La Cuceracha" überleiten, bevor es in die Pause ging. In der Zugabe ging dann aber nochmal die Post ab, u.a. mit "Hombre Secreto", "This House" und "Anarchia".
Die Tour dauert noch an, wobei es Termine quer durch ganz Europa gibt.
Wer auf groovigen Hardrock abfährt sollte sich die Vier unbedingt live
antun.
Foto Impressionen:
Auftritt "Van Raveschot":
Auftritt "Tito & Tarantula":