"Unbekannt verzogen" am 12.01.2008
in der Osterkirche Berlin



Bericht: Dietmar Meixner
Fotos: Dietmar Meixner




Nicht leicht zu finden, aber glücklich angekommen zu sein. Dieses Gefühl hatte ich gestern Abend, als ich die Kirche betreten hatte. Wie meistens bei mir üblich, war ich weit vor Konzertbeginn da und konnte den Abend somit vom Aufbau bis zum Abbau der Technik miterleben. Natürlich war die Zeit vor und nach dem Konzert gefüllt mit Gesprächen. Man traf viele alte Bekannte wieder, lernte aber auch neue Leute kennen. Die Spannung und Erwartung auf das Konzert waren groß.
Patti war natürlich sehr aufgeregt, hatte doch die Band in den letzten Wochen nur sehr unregelmäßig in voller Besetzung proben können. Gespannt war ich natürlich auch auf die Vorband ZWIELÄCHELN, da ich über diese Gruppe gar keine Informationen hatte. Die weitere große Frage des Abends war natürlich auch, wie das Konzert hier in der Osterkirche angenommen würde. Diese Frage wurde auf typisch Berliner Art beantwortet: es blieb leer und ein paar Minuten vor Beginn kamen dann doch die Leute.
Da alle Besucher erst spät kamen, ging das Konzert auch erst um 20.20 Uhr los. ZWIELÄCHELN betrat die Bühne. Eine ganz junge Band, bestehend aus David Kagel am Piano/Gitarre und Tim Leik an der E-Gitarre. David hatte mir vor dem Konzert meine Frage, wo denn ihre Musik angesiedelt ist wie folgt beantwortet: "Wohin es geht ist schwer zu sagen, hör es dir einfach an und bilde dir deine Meinung". Also hörte ich genau zu. Schnell wurde mir eins zu ihrem Namen klar: Zwischen den einzelnen Titeln fanden zwischen David und Tim Zwiegespräche statt, die allen Fans in der Runde ein Lächeln (manchmal auch tolles Lachen) in das Gesicht zauberten. Ihre Musik zu beschreiben ist da wesentlicher schwieriger. Sehr interessant die Mischung aus Piano und E-Gitarre, und die musikalische Wirkung in den Bereichen Klassik, Jazz und Rock. Man fühlte sich zeitweilig wie in Spanien, in einem Konzertsaal oder bei Carlos Santana. Aber David sang ja auch drei eigene Titel, mit Texten die so schlecht nicht waren, und schaffte es während einem Lied außer Klavier zu spielen auch noch einen Apfel zu essen, Kaffee zu trinken und mehrfach aus der Wasserflasche zu trinken.
Besonders gefielen mir die Stücke wo beide zusammen an der Gitarre tätig waren. Ich habe den Namen ZWIELÄCHELN im Hinterkopf und werde beobachten wo ihre musikalische Reise in Zukunft weiter hingeht.
Ja was soll ich groß zu dem sagen, was nach der Pause kam? Wenn auch "Unbekannt verzogen", ist es doch immer schön zu wissen wo sie gerade wohnen, bzw. wo sie sich gerade aufhalten. Ein so genanntes Heimspiel war das gestrige Konzert, denn es waren viele Fans sogar von weit her gekommen (Parchim). Patti, 2 x Thomas, Helene, Andrè und Christoph bevölkerten die Bühne mit ihren Titeln, die sofort in der Runde gut aufgenommen wurden. Von "Entschuldigt bitte", "Alte Oper", "Treibgut", "Elvira und Klaus", bis hin zu "Konjektiv" und "Wahlsonntag" reichte die Palette, dargeboten ohne Pause. Als Zugabe der "Warteblues". Ja, was ist das Erfolgsgeheimnis von "Unbekannt verzogen"? Die Titel, die auch im Ohr hängen bleiben? Die guten (!!!) Texte? Ich würde sagen beides! Aber besonders das unbekümmerte Auftreten jedes einzelnen Musikers der Band, die Natürlichkeit, die Frische und die Ehrlichkeit, die die Titel glaubhaft herüber bringen. Patti als Frontfrau ist die Band, aber Patti ohne die Band ist nicht "Unbekannt verzogen". Dieses Nehmen und Geben merkt man bei ihren Auftritten. Klar, es ist vielleicht nicht die vollendete Bühnenshow, aber kommt es denn darauf wirklich so an? Die Mädels und Jungs sollen so bleiben wie sie sind und vor allen Dingen zusammen bleiben, dann ist mir nicht bang um UNBEKANNT VERZOGEN.




Foto Impressionen:












































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