Vicki Vomit spielte am 24.10.2008 im
Chillout des Tivoli Freiberg. Nun war ich ja schon oft in den heiligen Hallen dieses geschichtsträchtigen Veranstaltungshauses, in dem übrigens die Puhdys 1969 erstmals zum Tanz aufspielten, doch bisher war ich immer nur zu Veranstaltungen im großen Saal. Der Saal war aber am Freitag anderen Künstlern vorbehalten.
Der Begriff
chillen ist ja mittlerweile fast eingedeutscht und insbesondere Jugendliche benutzen ihn gerne als Synonym für Entspannen bzw. Ausruhen. Lange Rede, kurzer Sinn - ich fand den Namen für diesen Raum am Freitag irgendwie passend. Wir wollten wirklich entspannen und auf andere Gedanken kommen. Was kann dazu besser geeignet sein, als ein Abend mit Vicki Vomit und seinem kabarettistischen Soloprogramm? Das
Chillout stellte sich als sehr rustikaler Raum dar, der zum Teil an eine Baustelle erinnerte. Das lag an den unverputzten Wänden und an den Sauerkrautplatten an der Decke. Trotzdem wirkte das alles irgendwie gemütlich. Das lag sicher auch an den vielen brennenden Kerzen, die das
Chillout in warmes Licht tauchten.
Der Raum füllte sich von Minute zu Minute, und erwartungsfrohe Stimmung lag in der Luft.
Dann kam der Erfurter Vicki Vomit auf die Bühne, schnappte sich das Mikrofon und schon waren wir mittendrin in seinem Kabarettprogramm. Vicki erzählte im ersten Teil faktisch Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind oder es zumindest sein könnten. Vicki schaut "dem Volk aufs Maul" und das was er sieht und hört, bringt er dann irgendwann auf die Bühne. Wer sich auf Vicki Vomit einläßt, darf „political correctness“ nicht erwarten. Der Mann kennt einfach keine Tabus, und das ist gut so.
Ob der Nachbar im Plattenbau, Politiker oder Dieter Bohlen... alle bekommen bei Vicki Vomit verbal "ihr Fett weg". Hier und da überzeichnet er auch schon mal, aber das ist beim Kabarett natürlich erlaubt. Manche seiner Sprüche gehen auch schon mal unter die Gürtellinie, aber dafür lieben ihn die Fans ja auch. Übrigens verschont Vicki sich selbst dabei auch nicht. Vom banalen und platten Witz bis hin zu absolut nachdenkenswerten Worten bekommt man bei ihm wirklich alles geboten. Vicki ist wirklich witzig und er geht auch auf sein Publikum ein. Am besten gefällt er mir, wenn er "bitterböse" und zynisch wird. Übrigens würzt er seine Wortbeiträge auch mit schauspielerischen Mitteln. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie Vicki Vomit auf der Bühne aufblüht. Vicki erntete auch in Freiberg wieder jede Menge Lacher und das Publikum konnte gar nicht genug von seinen Attacken bekommen.
Nach der Pause ging es dann in den musikalischen Teil des Abends. Mit seinen Gitarren und einer Mundharmonika spielte Vicki ein paar seiner bekanntesten Lieder. "Kleine Meerjungfrau" war der erste Titel und vom ersten Ton an ging das Publikum mit. Bei Liedern wie "Arbeitslos und Spaß dabei" und "Wohin mit Omas Leiche" war Party pur angesagt. Auch der "Kannibale von Rotenburg" und "Miss Beinebreit" wurden musikalisch auf der Bühne zum Leben erweckt. Vicki machte selbst vor "Highway to hell" von AC/DC nicht Halt und rockte dabei in bester Heavy Metal-Manier. Natürlich gab es auch noch ein paar Zugaben, denn das Publikum wollte Vicki nicht von der Bühne lassen.
Auch nach dem Konzert war Vicki noch sehr lange für seine Fans da. Geduldig und freundlich unterhielt er sich mit den Leuten, schrieb fleißig Autogramme und verkaufte auch noch so manchen Tonträger.
Foto Impressionen: