Hubert von Goisern am 12.10.2008
im Admiralspalast Berlin




Bericht: Dietmar Meixner
Fotos: Dietmar Meixner




Das Konzert von Hubert von Goisern und seiner Band sollte eigentlich am am 09.10.2008 im Berliner Huxleys stattfinden, wurde aber aus gutem Grund in den Admiralspalast an der Friedrichstraße verlegt. Denn mit den Fans, die an diesen Abend Hubert von Goisern sehen wollten, hätte man das ehrwürdige Huxleys sicher drei mal füllen können.
Der Admiralspalast bot ein würdiges Ambiente für diesen Abend. Zwei Stunden vor Einlass standen sie, die die "guten Plätze" erhaschen wollten, schon vor den Toren, in Erwartung auf einen tollen Abend. Hubert von Goisern ist sehr bekannt, das merkte ich bald. Aber für alle, denen bei diesem Namen nicht sofort ein bekanntes Lied über die Lippen fliegt, ein paar Worte zu seiner Musik:
Er ist unbestreitbar und untrennbar mit dem Alpenrock verbunden. Traditionelle Lieder seiner österreichischen Heimat, mit Rock und Blues vereint, paart er mit Ländler, Drumbeats, Weltmusik und Polka. In Fachkreisen wird er als der Erfinder des Begriffs Alpenrock gefeiert. Signifikant dafür ist das in seinen Liedern vorerstige klangliche Erscheinen des Akkordeons, was dann durch das Spielen der E- Gitarre ausgeglichen wird. Das geht dann sogar in Richtung Reggae, Soul und Jazz. Seine Texte sind verspielt, romantisch und trotzdem zeitweise sehr heftig und kritisch.
Seine Europatournee liegt gerade hinter ihm. Das besondere an dieser Tournee war, dass er mit einem zur Bühne umgebauten Frachtschiff auf der Donau unterwegs war. Der 55-jährige war da als Botschafter der Kulturhauptstadt Linz bis nach Ungarn und Rumänien unterwegs. Insgesamt waren es in den zwei Jahren 12 Länder denen er einen musikalischen Besuch abstattete. Eigentlich heißt Hubert ja mit bürgerlichen Namen Hubert Achleitner, aber er stammt aus Bad Goisern und somit entwickelte sich der "Künstlername". Das neuste Projekt sind Auftritte im Nightliner-Bus auf Deutschlands Straßen.
Vorab muss ich sagen, dass ich mich als Vertreter von Deutsche Mugge als geladener Gast an diesen Abend sehr wohlgefühlt habe, was an der Gastlichkeit des Hauses, der Gastronomie und natürlich dem tollen Konzert, was pünktlich um 20.00 Uhr begann, lag. Da ich genau vorn mittig vor der Bühne stand, störte mich das Gedränge im gut gefüllten Saal nicht. Die Sitzplätze auf den Emporen waren auch alle besetzt. In grell blauem Bühnenlicht betraten die 8 Musiker die Bühne mit dem Lied "Solide Alm". Ich muss gestehen, dass ich wahrscheinlich der einzigste in der ersten Reihe war, der die Texte nicht mitsang (Weil ich sie leider noch nicht kannte). Was ab jetzt für eine musikalische Vielfalt, Tempo, Bühneshow sowie Lichtshow abging, das war schon Wahnsinn. Mir fallen da auf Anhieb auch gar nicht so viele Bands ein, wo das alles stimmte! Dazu ein makelloser Sound, der in allen Ecken des Saales sehr gut zu verstehen war. Ein Lob an die Techniker kann ich mir somit nicht verkneifen. Hubert bedankt sich für den lang anhaltenen Beifall und erzählte: "Seit zwei Wochen und nach unserer Kreuzfahrttournee wieder das erste Konzert! Ja, wir waren auch in Ungarn, aber als Tourist ist das einfacher. Aber nichts für mich, man braucht einfach einen hinreichenden Auftrag! Also auch spielen. Aber das Geld !? Sie sind zwar in der EU , aber vielen fehlt das Geld. Warum das so ist, will ich jetzt nicht erläutern, aber die Deppen sind auf der ganzen Welt gleichmäßig verteilt.
Also haben wir in Ungarn und Rumänien gratis gespielt, was viele gar nicht glauben wollten. Warum war das möglich? Weil Ihr in Deutschland mit eurem zahlreichen Erscheinen diese Konzerte mit sponsert". Das tolle an den Erzählungen von Hubert war, dass auf Grund der tollen Akustik sich regelrecht ein Gespräch von der Bühne und den Fans davor entwickelte.
Dann ging es Schlag auf Schlag und ohne Pause mit Titeln wie "Schowtime", "Wildschütz Räp" und "Neuer Tag" weiter. Die Bühne und die Fans bebten, und die vielen barfüßigen Musiker waren ständig auf der ganzen Bühne unterwegs. Ich glaube nur Helmut am Bass und Hubert selbst hatten Schuhe an.
Hubert brachte wieder die Lacher auf seine Seite als er zwischen den Titel`n erklärte: "Ich komme aus dem Salzkammergut... wir sind Österreich. Die Damen nicht, deshalb sind sie auch langsamer. Nicht dass sie gemütlich wären, sie sind eben langsam... denn wenn man schnell spielt muss man ja auch mehr Lieder können!"
Eine tolle Einlage war für mich auch, das der Cheftechniker (der die Instrumente ständig umräumte, die Gitarren stimmte usw.) immer wieder mal auf der Bühne auftauchte und bei den Titeln mittanzte, und so selbst zu einer gestaltenden Figur des Abends wurde. Als Hubert "Regen" anstimmte, sang der Saal ganz leise mit, denn es war ein sehr melodischer und poetischer Song. Die Doppelgeige von Maria und Elisabeth kam da sehr gut zum Einsatz. Aber es ging ja noch stärker in die Gefühle und zugleich in den harten Rock, denn diese Verbindung ging bei fast keinem Titel verloren. "Weit weit weg" (mein persönlicher Abendfavorit) im Duett mit Maria, da lief einem der Schauer über den Rücken. Hinterher fragte ich mich: Was für Instrumente hat Hubert eigentlich alles gespielt? E-Gitarre, Gitarre, Mundharmonika, Trompete, Alphorn und und... Er ist obendrein auch noch ein Multiinstrumentalist.
Der Abend rückte in die Stunde und er schien trotzdem nicht zu Ende zu gehen, Zugaben.... Zugaben..... und zum letzten Mal kam Hubert ganz allein mit seiner Gitarre auf die Bühne und sang um 21.56 Uhr sein Lied "Wenn i durchgeh"... der Hammer!!! Drei Stunden Hubert von Goisern... ohne Pause! Am Sonntag stimmte alles, es war für mich ein Genuss. Das Konzert war mein persönlicher Höhepunkt dieses Jahr. Man traf zwar nicht wie sonst seine bekannten Leute, aber ich lernte viele neue bekannte Gesichter aus Musik und Schauspiel kennen, und so wurde der Abend auch hinterher noch sehr angenehm. Jetzt heißt es die persönlichen Einladungen des Abends für Deutsche-Mugge zu sortieren und einzuordnen.
Ich kann nur eine Empfehlung aussprechen: Sollte Hubert von Goisern bei Euch mit seinem Nightliner-Bus halten, steigt ein und fahrt mit! Ihr werdet es nicht bereuen. Danke an Hubert, Maria, Elisabeth, Marlene, David, Alex, Helmut und Severin. Ihr seit tolle Gastgeber gewesen und tolle Musiker erst recht. Wir sehen uns wieder - Bis bald...




Foto Impressionen:










































































































































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