Nikko Weidemann mit Annett Louisan am
29. April 2010 im Admiralspalast zu Berlin



Bericht: Toralf Schneider
Fotos: Catrin Herzfeld






Pressefoto

Nun war es also soweit, lang erwartet, genauer gesagt seit dem 16. März 2010, als ich Nikko Weidemann gemeinsam mit Botanica aus New York das erste Mal dieses Jahr auf der Bühne erleben durfte, trat selbiger, diesmal gemeinsam mit Annett Louisan, die beim letzten Termin erkrankt war, wieder auf der Nebenbühne des Admiralspalastes vor sein Publikum.
Versehen mit jeder Menge Vorschusslorbeeren (siehe auch meinen Bericht vom 16.03.2010: HIER klicken) war ich sehr gespannt, wie sich der Künstler bei seinem Solokonzert präsentieren würde. Würde die Stimmung wieder so ausgelassen sein und würden die weiteren Titel seines neuen Soloalbums, nach langer, langer Zeit mal wieder auf Deutsch gesungen, genauso gut beim Publikum ankommen? Ich war gespannt.

Der Saal füllte sich langsam, allerdings fiel auf, dass die Zuschauer nicht so zahlreich wie beim letzten Mal strömten. Der Abend wurde vom Support Erik Penny aus El Paso eröffnet, Neuberliner seit einiger Zeit und sehr warm von Nikko Weidemann vorgestellt, der vor vielen Jahren just in dessen Geburtsstadt die geografische Grösse der Vereinigten Staaten kennenlernen durfte. Der Singer/Songwriter in bester amerikanischer Tradition bestach durch einen erstaunlichen Stimmumfang und gekonntes Spiel mit dem Publikum, kraftvoll aber auch gefühlsbetont die leisen Töne beherrschend. Nach gut einer halben Stunde krönte er seinen Auftritt durch einen quasi unplugged Ausflug mitten ins Publikum, runter von der Bühne und mittenrein, was beim Auditorium sehr gut ankam und mit ordentlichem Beifall belohnt wurde. Das war der Auftritt eines Künstlers, der mit Sicherheit noch eine vielversprechende Zukunft vor sich hat.

Nach kurzer Pause enterte dann Nikko Weidemann mit seiner Band die Bühne und der Hauptact begann. Ein eher besinnlicher, liedhafter Einstieg mit „Geliebter Feind“, einem der besten (Chan-)Son(g)s seines neuen Albums. Das ist kein Gelaber sondern Musik zur Sache. Was im übrigen auch für seine sehr gut zusammengestellte Liveband rund um Christian Neander von Selig gilt! Sie treiben, sie tragen die Musik und die Texte. Die hohen Erwartungen an die weiteren Titel des vorgestellten Albums erfüllten sich danach leider nur bedingt, es plätscherte so dahin, zwar nicht schlecht aber auch nicht umwerfend, der Eindruck drängte sich auf, dass hier etwas Füllstoff präsentiert wurde. „Schöne Schmerzen“, der Titelsong der Platte löste das dann Gott sei Dank wieder auf, ein wirklich guter Song, bei dem einfach alles stimmt. Beinahe unbemerkt gesellte sich dann Annett Louisan dazu, und zwei harmonische, besinnliche Titel folgten. Der erste von ihr Solo dargeboten, der zweite gemeinsam im Duett mit Nicco Weidemann, nicht überragend aber sich dennoch wohltuend in die Dramaturgie des Konzertes einfügend.
Danach ging es dann wieder etwas mehr zur Sache, Spielfreude machte sich breit, besonders hervorzuheben sei an dieser Stelle das Schlagzeug von Carolina als der Motor des Sounds. Mit „Monster“ wurde der Höhepunkt des Konzertes erreicht, auch das Publikum, mittlerweile sehr gut in Fahrt, liess sich mitreissen, in diesem zweiten Teil des Konzertes war einfach mehr Power drin.
Negativ anzumerken bleibt der miserable Sound über die ganze Dauer des Konzertes, ein einziges Scheppern und Klirren, egal wo man stand, da wurde nichts verbessert zwischendurch, keine Änderungen vorgenommen, wahrlich kein Ruhmesblatt für die Technik.
Alsdann neigte sich der Abend dem Ende zu, die erste (und einzige) Zugabe war „Die Stadt“, gecovert von der Kölner Band Klee, eine interessante und einfühlsame Interpretation. Wer noch weitere Zugaben erwartet hatte, wurde enttäuscht und relativ unspektakulär gingen die Lichter wieder an...

Fazit:
Nach dem Hören der drei, vier Highlights der Platte auf dem ersten Konzert hatte ich vom heutigen Abend mehr erwartet und bin vom relativen Gleichklang der restlichen Songs etwas enttäuscht. Dennoch, dem eingefleischten Liebhaber chansonhaftem und doch rockigem deutschen Liedgutes sei „Schöne Schmerzen“ zum genaueren Hinhören empfohlen.





Fotoimpressionen:


Auftritt Erik Penny:







Auftritt Nikko Weidemann: