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Kim Wilde live am 31. März 2009 in der "Großen Freiheit 36" zu Hamburg (Support: JON HARRISON) Bericht: Holger Stürenburg Foto: PR
Den Anfang machte der hoch talentierte, britische Jungspund JON HARRISON, der womöglich kaum geboren war, als KIM ihre ersten Erfolge feierte, sich aber trotzdem ohne Schwierigkeiten in der Lage sah, mit energetischen Rockballaden und klassischem Stadionrock bester US-Tradition, irgendwo zwischen Bruce Springsteen, Bryan Adams oder John "Cougar" Mellencamp angesiedelt, 20 Minuten lang die Fahnen des 2009 ja beinahe schon ausgestorbenen, romantisch infizierten Melodic Rock hochzuhalten. Es ist anzunehmen, daß wir in Anbetracht der starken Stimme und der mitreißenden Melodien von Jon Harrison in Futuro von ebenjenem sympathischen Künstler noch einiges vernehmen werden. Nach einer (leider etwas unnötig in die Länge gezogenen) Umbaupause, standen nicht nur die bildhübsche, blonde Schönheit Kim Wilde - der pubertäre Traum so mancher Altersgenossen des Verfassers dieser Zeilen - auf der Bühne, sondern gleichsam zwei weitere Legenden unserer Tage: An der Rhythmusgitarre hantierte niemand geringeres, als Kims Bruder Ricky Wilde, der, zusammen mit ihrem Vater Marty, für die meisten 80er-Hits des "Blonden Wunders" (sorry, Bernhard ;)) kompositorisch verantwortlich zeichnete - ja, und den Baß bediente ein weiteres Jugendidol unserer Generation: Nick Beggs, seines Zeichens, nach Limahls Ausstieg bei "Kajagoogoo", für zwei Alben Frontmann und Sänger einer kongenialen Combo, die zwischen 1983 und 1985 zu keinem Zeitpunkt aus dem internationalen Musikgeschehen weg zu denken war.
Die ewigjunge 49jährige hatte sich dazu entschlossen, nicht mehr das "dummblonde Poppüppchen" zu spielen, als das sie seinerzeit oft verschrien war - nein, vielmehr gab sie sich in der "Großen Freiheit 36" als drastisches "Baby Rock'n'Roll" (sorry, liebe Isabel ;)). Sie und ihre hochprofessionelle Truppe - dr, 2 x git, b, key, plus einer sympathischen und stimmstarken Chorsängerin - holten aus den fraglos durchwegs gelungenen Melodien alles heraus, was nur herauszuholen war. Die Gitarren dröhnten, das Schlagzeug peitschte und der grandiose Nick Beggs brillierte auf seinem Instrument, als wäre vor ein paar Tagen nicht der 31. März 2009, sondern viel eher der 31. März 1984 gewesen! Ein weiterer Ewigkeitsreißer unserer Jugend nannte sich "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann", dargeboten von der heutigen Privatschul-Betreiberin Nena. 2003 feierte Kim, im Duett mit ebenjener Neo-Pädagogin, einen Top-3-Erfolg mit der englischen Version jenes unvergesslichen Deutschpop-Ohrwurms: "Anyplace, Anywhere, Anytime", ein immer noch Gänsehaut erzeugender Titel, den die blonde Schönheit auch in Hamburg in einer treibenden, absolut aufregenden Hardrock-Auslegung zum Besten gab. Der reale ‚Perfect Popsong' "Love is Holy" (1992) leitete über zu "Cambodia" (1981), einem weiteren, synthilastigen New-Wave-Dauerbrenner unserer Adoleszenzzeit, auf den der Titelsong von Kims 1986er-LP "Another Step" folgte, bevor mit "You came" (Sommer 1988) so langsam das "Grande Finale" (Danke, Udo!) auf dem Programm stand. Doch Halt! Augenzwinkernd, selbstironisch und total liebenswert, legte die "Wilde Kim" (Zitat - NDR-Moderator Willem F. Dincklage, Januar 1982 - Gott hab ihn selig!) zuvor mit einer kraftvollen Coverversion aus "ihrer" (unserer) Zeit los: "A Little Respect", ein phantastischer Synthipopper von "Erasure" funktioniert also gleichfalls in einem ungestümen Rockarrangement - einfach nur Klasse : ) "You keep me hanging on" (im Original 1966 von den "Supremes" erstmals aufgenommen, für Kim hierzulande ein Top-10-Breaker genau 20 Jahre später), beendete den "offiziellen" Part ihrer ca. eineinhalbstündigen Darbietung.
Die wahrscheinlich lebenslang Jungbleibende hat auch in Hamburg, der letzten Station ihrer aktuellen Deutschlandtournee, uns unbelehrbare Alt-80er in ihren Bann zu ziehen vermocht. Es ist einfach ein herrliches Gefühl, für ein, zwei Stunden nochmals "Forever Young" (ja, lieber Marian, ich weiß... ;))) zu sein. Vor dem Konzert sprach ich mit ein paar Anwesenden... und einer dieser behauptete, es kursiere das Gerücht, 2009 würden sich - jaaaaaa! - "Spandau Ballet" wiedervereinigen!!! "Round and Round it goes... She was only 18 Summers long...", genau ein Vierteljahrhundert danach noch mal ‚live' zu hören... dies wäre DER Traum eines jeden Alt-80ers schlechthin! Liebe 80er-Freunde! 2009 hat zwar gerade erst begonnen, aber, ich denke, es werden dieses Jahr noch viele kreative Köpfe unserer Jugend ihr konzertäres Stelldichein geben - Kim hat uns in bester und prägnantester Form bewiesen, daß reale "Glory Days" (ja, Bruce... ich bin heute wohl "Zitierkünstler"...) selbst 25 Years later immer noch möglich sind - und schlicht und einfach Spaß, Lebensfreude und Atmosphäre vermitteln, "als ob et jestern wöör" (Wolfgang, erschlag den "Zitierkünstler" Holger S. ;)))! |