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WunderbunTd live am 5. Juni 2010 auf dem Kunsthof Gohlis bei Dresden Bericht: Gundolf Zimmermann Fotos: Gundolf Zimmermann
WunderbunTd hatte den Soundcheck erfolgreich über die Bühne gebracht, auch die „Keine Macht für Niemand“–Fahne war gehisst. Die Musiker hatten sich so gut es ging auf und neben der Bühne eingerichtet, die Instrumente waren gestimmt und bald konnte es losgehen. Vorher rückte aber noch die Jugendbrigade Striegistal an. Die Truppe sorgt ja bei WunderbunTd–Konzerten oft für Stimmung und es war schon jetzt abzusehen, dass das diesmal nicht anders sein würde. Der Kunsthof hatte sich inzwischen gut gefüllt und langsam wurde ich kribblig. Endlich erlösten uns Isolde und Jens Lommatzsch, Robert Troschnitz, Hans Wulf, Tibore Csende und Mirko Gelbrich. Sie betraten die Bühne und das Konzert nahm seinen Anfang. Jens sang die ersten Takte und schon waren wir wieder im musikalischen Rio–Land. Diese Stimme klingt so verdammt hart nach Rio, dass man manchmal wirklich auf die Bühne schauen möchte, ob dort nicht doch der schmächtige Ralph Möbius wieder auferstanden ist, den die Welt unter dem Künstlernamen Rio Reiser kannte. WunderbunTd spielte sowohl Songs aus der Ton, Steine, Scherben–Ära als auch Titel aus Reisers Solozeit. Das Programm wurde geschickt mit eigenen Liedern ergänzt, die in Qualität und Intensität den berühmten Perlen ebenbürtig waren. Die Bläsergruppe nahm wenig später auch ihre Arbeit auf. Maria Guse (Saxophon), Christoph Willenberg (Posaune) und Christian Reinsch (Trompete) machten den wunderbunTden Bandsound erst komplett. Was bei dieser Band abgeht, ist nicht einfach so eine Cover-Geschichte, sondern die Lieder wurden alle neu arrangiert und sie klingen dadurch um einiges anders. Gleich blieb aber wieder mal der Zauber, dem ich beim Hören von Rio’s schönsten Liedern oft erlegen bin. Das ging mir beim Konzert nicht anders. Reisers Texte sind heute noch aktuell, vielleicht sogar aktueller denn je. Besonders bei Liedern wie „Keine Macht für Niemand“ oder „Der Traum ist aus“ wird das erschreckend deutlich.
Die großartige Band lief zu Höchstform auf. Auf dem Rhythmus–Geflecht von Bass und Schlagzeug entfalteten sich die beiden Gitarristen Tibore und Robert mit wunderbunTden Akkorden und Melodien, die Bläsertruppe machte dazu ordentlich Dampf. Über dieses Geflecht wurden dann noch durch Soldi harmonische Keyboardklänge gelegt. Isolde „Soldi“ Lommatzsch besticht aber auch noch durch ihre glockenklare Stimme. Bei „Zauberland“ konnte man das ganz deutlich hören. Dieses leise Lied klingt in der Fassung dieser Band nach meinem Gefühl sogar noch eine Ecke eindringlicher als beim Original. WunderbunTd spielte auch ihr neues Lied „Nach Hause“ vom „Odysseus“–Soundtrack. Diese Ballade ist wirklich ein wunderschönes Stück Musik, das eigentlich einem größeren Hörerkreis verdient hätte und sicher auch den einen oder anderen uninformierten Hörer ansprechen würde. Aber die Hoffnung, dass sich in der Medienlandschaft noch was zum Guten ändert, habe ich bei den Dudel-Radiosendern längst verloren. Ein wunderschönes Video gibt es zu diesem Song übrigens auch, da empfehle ich einfach mal im weltweiten Netz auf die Suche zu gehen. Mit den Worten „Nach Hause“, „WunderbunTd“ und „Odysseus“ solltet ihr bei google & Co. schnell fündig werden. „Der Turm stürzt ein“ - Rio’s Vision vom Ende der Welt und die beschwingten Melodie passen eigentlich so gar nicht zusammen, gerade deshalb ist das Lied ein Knüller, weil es so leicht satirische Züge annimmt. Jens setzte das Ganze mit seiner Gestik und Mimik auch sehr gekonnt in Szene. Natürlich gab es den „König von Deutschland“ im Laufe des Abends auch noch zu hören. Mein Studienlied „Junimond“ fehlte ebenso wenig, und selbstverständlich sang ich (nicht nur) dieses Lied mit. Übrigens glänzte Marie hier mit einem wunderschönen Saxophonsolo. WunderbunTd erhielt verdientermaßen viel Applaus. Die Band hatte inklusive der Zugaben eine astreine Mugge hingelegt. Rio’s Musik lebt Dank WunderbunTd. Ich freue mich auf das nächste Mal.
Fotoimpressionen:
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