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J Pop / Disco
J, der mit bürgerlichem Namen Jens Müller heißt, war ein waschechter Rocker und Schlagzeuger in verschiedenen Bands, u.a. bei "Die Anderen". Seine Geschichte hätte richtig gut klingen können, und fast hätte er sogar in den weltberühmten "Abbey Road Studios" in London produziert. Hat er aber nicht, und dass die Geschichte nicht soooo gut klingt, zeigt die Tatsache, dass man ihn heute nicht mehr kennt und seine Platte irgendwie auch nicht. Das US-UK-DDR Popmusik-Projekt wurde leider ein Flop. Alles fing damit an, dass der amerikanische Musikproduzent Jack Rieley den Musiker Jens Müller entdeckte und mit ihm ein Musik-Projekt zum Leben erwecken wollte, quasi eine Karriere vom Reißbrett. Jack Rieley war in den 70ern der Manager der Beach Boys und arbeitete später mit Kool and the Gang und CITY zusammen. Ein großer Name also. Die Idee war, mit Jens Müller eine Weltkarriere zu starten. Dem Manager aus Übersee gefielen die Songs, die Jens Müller schrieb und er überlegte sich ein Konzept, wie man den Jungen groß heraus bringen könnte. Die geplante Platte wurde schnell Realität. Die Songskizzen waren bereits fertig und wurden in Berlin gemacht, der Feinschliff fand dann in London statt. Als Produktionsstätte war eingangs erwähntes "Abbey Road Studio" in der engeren Wahl, erwies sich laut Aussage des Künstlers aber als nicht so gut geeignet für das, was man da machen wollte.
Musikalisch bewegte sich "J" zwischen Milli Vanilli, Stock-Aitken-Waterman und - mit etwas Wohlwollen auch - Prince. Beim Äußeren von Jens Müller wurde auch nichts dem Zufall überlassen. Müller war ein attraktiver junger Mann mit langer Mähne, was bei den Fotos und dem Plattencover natürlich Verwendung fand. Nach Erscheinen der Platte, die übrigens weltweit veröffentlicht werden sollte, war eine Tournee mit Konzerten in der ganzen Welt geplant. In den 80ern nannte man sowas im Westen schon Retorten-Projekt und "J" dürfte das erste der DDR gewesen sein. Die Platte jedenfalls scheint am Ende nicht weltweit veröffentlicht worden zu sein, jedenfalls ist der Redaktion kein anderes als das AMIGA-Exemplar bekannt. Die geplante Tournee fand wohl trotz begonnener Proben auch nicht statt. Was sich am Anfang und bei der Bewerbung der Platte und des Projekts so märchenhaft las, war am Ende eine riesige Luftblase, die zerplatze, noch bevor sie auf den Weg gebracht werden konnte. Übrig blieb die Langspielplatte "J" mit 10 selbst komponierten Pop-Songs die versucht haben, den Zeitgeist der 80er einzufangen.
Diskographie:
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