Beat / Deutschrock









Die Musiker



Gründungsbesetzung (als "Joco Dev Quartett", 1965)
- Jörg Schenkel (bg)
- Detlef Lüpke (fl, sax)
- Conny Hassbach (git, voc)
- Dieter Szredzek (dr)

Gründungsbesetzung (als "Joco Dev", 1967)
- Norbert Schmidt (voc)
- Jörg Schenkel (bg)
- Detlef Lübke (fl, sax)
- Reiner Schubert (gib)
- Helmut Schulte (org)
- Peter Sitzer (dr)

Weitere ehemalige Musiker:
- Peter Nehls (git)
- Detlef Schmidt (org)
- Peter Fricke (dr)
- Wolfgang Fuchs (dr)
- Wolfgang Densky (g)
- Robert Hanke (bg)
- Harald Wittkowski (keyb)
- Detlev Jürgschmidt (keyb)






Die Biographie



Joco Dev Quartett (1965)

Bandgeschichte:
Bereits in den Jahren 1965 und 1966 waren die Gründungsmitglieder Jörg Schenkel und Detlef Lüpke zusammen mit Conny Hassbach und Dieter Szredzek als "Joco Dev Quartett" aktiv. Schon nach 1 1/2 Jahren standen personelle Wechsel an, u.a. auch deswegen, weil Conny Hassbach studieren wollte. Jörg und Detlef schlossen sich mit ehemaligen Musikern der Gruppe "The Brightles", die kurz vorher verboten wurden, zusammen und gründeten "Joco Dev".

Bereits Ende der 60er bekam die Gruppe die Chance, Songs beim Rundfunk für die neue Fernsehsendung "Notenbank" zu produzieren. So entstand auch das Lied "Stapellauf". Text und Musik stammen von Reiner Schubert, das Arrangement entwickelte die Gruppe gemeinsam. Die erste Version des Songs ging aber nicht durch's "Lektorat", da die Textzeile "Schwarze Schiffe kamen über's Meer" offenbar als "reaktionär und dekadent" eingestuft wurde. Der Regisseur der "Notenbank", Bernd Maywald steuerte einen anderen Text bei. So wurde der Song dann auch aufgenommen. Medienvertreter und Rundfunkmitarbeiter bezeichneten den Titel "Stapellauf" unabhängig voneinander als den ERSTEN Deutschrock-Titel überhaupt. Aber das schreiben sich auch andere Bands und Musiker auf die Fahne...
Weitere Titel wurden dann bei der AMIGA produziert und 1971 erschien die Single "Stapellauf". Allerdings wurde nicht die Rundfunkversion gepresst, sondern der Titel wurde für die Single-Produktion nochmals neu eingespielt.

Auch Live war die Gruppe ein Zuschauermagnet. Gründungsmitglied Jörg Schenkel erinnert sich, dass die Hochburg für die Gruppe Joco Dev Mülsen St. Niclas in Sachsen war. "Da ging die Post ab und es war die Hölle", sagt Schenkel, und findet es heute schade, dass "das früher keiner mal gefilmt hat". Tage vor dem Konzert reisten die Fans an und kampierten auf Feldern oder übernachteten in Scheunen. Dies führte zu Ärger mit den Dorfbewohnern und Spannungen mit dem Bürgermeister. Das Ergebnis: Auftrittsverbot!

Im Jahre 1973 stieg Peter Nehls bei Joco Dev ein und der Sound begann sich zu ändern. Die Musiker investierten in eine neue Ausrüstung. Bisher spielte man noch mit selbstgebauten Boxen, jetzt besorgte man sich welche aus dem Westen. Dies wurde der Band später zum Verhängnis, als das mit dem "West"-Deal beim Zoll aufflog. Kultur, Funk und Fernsehen waren angewiesen, Joco Dev nicht mehr einzusetzen und zu spielen. Von diesem Vorfall hat sich die Band, laut Jörg Schenkel, danach nie wieder ganz erholt.

Im Verlauf war die Band fast ausschließlich mit dem Live-Spiel beschäftigt, denn die Profis in der Band mussten Geld verdienen, so dass zum Schreiben neuer Songs keine Zeit blieb. Teile der Band hatten als Amateurmusiker noch richtige Jobs, denen sie neben der Musik auch noch nachgingen. Der im Verlauf stattfindende ständige Musikerwechsel lähmte die Bandarbeit. Es gab kein richtiges Vorankommen mehr. Gründungsmitglied Jörg Schenkel war 1979 total ausgelaugt und verließ die Band aus gesundheitlichen Gründen. Detlef Lüpke führte Joco Dev bis 1980 alleine weiter, löste sie dann aber auf. Norbert Schmidt gründete nach der Auflösung von Joco Dev die Gruppe "Formel 1". Detlef und Jörg machten als "Duo Gag" weiter.


Vielen Dank: Deutsche Mugge bedankt sich bei Jörg Schenkel für das Foto- und Informationsmaterial zur Erstellung dieses Portraits!




Die Diskographie

Alben:

Titel: "Joco-Dev"
Label: Eigenvertrieb
Best-Nr.: ./.
Erschienen: 2009
Titel: "Stapellauf (Single Version)", "Wenn die Schwalben wiederkehren", "Wir lagen im Grase", "Du bist mir nah", "Das Einzige was mir übrig blieb", "Geh den Weg nie allein", "Hadschi", "Warum muss das sein", "Ich hab Dich heut im Traum gesehen", "Warum kann ich träumend durch die Straßen gehen", "Fata Morgana", "Heisse Höschen", "Stapellauf (Rundfunk Version)", "Fata Morgana (Live 1969)"

Anmerkung: Halb-Offizielle Veröffentlichung von Jörg Schenkel mit allen Songs der Band, teils von Schallplatte, teils von Schallfolie, teils Rundfunkaufnahmen und eine Live-Aufnahme.






Singles:

Titel: "Stapellauf"
Label: AMIGA
Best-Nr.: 455 841
Erschienen: 1971
Titel: Seite 1: "Stapellauf" - Seite 2: "Wenn die Schwalben wiederkehren"


Titel: "Das alte Lied" / "Wir lagen im Grase"
Label: AMIGA
Best-Nr.: 455 857
Erschienen: 1971
Titel: Seite 1: "Das alte Lied" (Uve Schikora Combo) - Seite 2: "Wir lagen im Grase" (Joco Dev Sextett)

Anmerkung: Sog. Splitt-Single mit zwei Interpreten auf einer Schallplatte.






Sampler:

Titel: "Hallo No. 1"
Label: AMIGA
Best-Nr.: 855 331
Erschienen: 1972
Titel: Die Gruppe Joco Dev ist auf der ersten Ausgabe der "Hallo"-Schallplattenreihe mit dem Lied "Wir lagen im Grase" vertreten.


Titel: "Hallo No. 3"
Label: AMIGA
Best-Nr.: 855 333
Erschienen: 1972
Titel: Die Gruppe Joco Dev ist auf dieser Ausgabe der "Hallo"-Schallplattenreihe mit dem Lied "Stapellauf" vertreten.


Titel: "Hallo No. 8"
Label: AMIGA
Best-Nr.: 855 338
Erschienen: 1973
Titel: Die Gruppe Joco Dev ist auf dieser Ausgabe der "Hallo"-Schallplattenreihe mit dem Lied "Du bist mir nah" vertreten.


Titel: "Beatkiste Vol. 5"
Label: Edition BARBArossa
Best-Nr.: EdBa 01329-2
Erschienen: 1996
Titel: Die Gruppe Joco Dev ist auf dieser Ausgabe der "Beatkiste"-CD-Reihe mit dem Lied "Stapellauf" vertreten.






und sonst...?

Titel: "Notenbank"
Format: Schallfolie
Erschienen: 1969
Titel: Auf der Schallfolie "Die Notenbank" war die Gruppe Joco Dev mit den Songs "Hadschi", "Das einzige, was mir übrigblieb" und "Geh den Weg nie allein" vertreten.






Fotoraritäten


Joco Dev Quartett (1965)



Joco Dev in der "Notenbank" (1969)






Joco Dev (1974)



Joco Dev (1974)



Autogrammkarte aus dem
Fundus von Hartmut Helms