Heavy Metal / Hardrock






MCB 1988

Besetzung heute:
- Mike Demnitz (bg, voc)
- Mike Zühlke (g) 1990 bis 1991 / seit 2002
- Basti Pfund (dr) seit 2002

Gründungsbesetzung:
- Hans-Jürgen "Charlie" Ludwig (voc, g) bis 1985
- Mike Demnitz (bg, voc)
- Bernd Schilanski (dr) bis 1986

Ehemalige Musiker:
- Sebastian "Basti" Baur (voc, g) 1985-1989 / 2000-2002
- Jens Berg (voc, g) 1989 bis 1990
- Erik Sommer (g) 1990 bis 1991
- Jörg Borchert (dr) 1987 bis 1990 / 2000 bis 2001
- Andreas Glück (dr) 1990 bis 1991
- Angela Ullrich (dr) 2000 bis 2002









MCB 1984

Biographie:
Nach dem Verbot der Gruppe MAGDEBURG im Jahre 1981 und dem daraus resultierenden Spielverbot haben sich Hans-Jürgen "Charlie" Ludwig (v, g) und Bernd Schilanski (d) mit einem Projekt die Zeit vertrieben, welches sich dem Rock'n'Roll à la SHAKIN' STEVENS widmete und aus dem später das ROCK'N'ROLL ORCHESTER wurde. Die beiden Magdeburger Musiker beschlossen im Mai 1983 nach dem Hören der "Heavy Metal Hour" auf dem englischen Armee-Sender "BFBS", eine Heavy Metal-Band zu gründen und fanden in Mike Demnitz einen geeigneten Bassisten, mit dem Bernd 1977 auch schon bei REFORM zusammengespielt hatte.

Nachdem die nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Musiker benannte Band mit ihren ersten eigenen Titeln bei der KGD (Konzert- und Gastspieldirektion) Magdeburg abblitzten, ließ Mike seine Kontakte spielen und vermittelte der gleich mit Profi-Status gestarteten Band den Diskotheker Steffen Wünsche, welcher Anlage und Proberaum zur Verfügung stellte und dann auch als Manager fungierte.
Die Band probte jeden Tag und absolvierte im November 1983 ihr ersten Konzerte in ländlicher Gegend, doch diese harte Musik war für die Leute dort noch zu neu und unbekannt. Im Sommer 1984 quartierten sich die Magdeburger auf dem Zinnowitzer Zeltplatz ein und absolvierten mehrere Konzerte an der Ostsee, die den Bekanntheitsgrad von MCB steigerten und in deren Folge es für die Band weitere Angebote für Auftritte in der ganzen Republik gab.


MCB 1987

Im Januar 1985 ging das Gerücht um, daß "Amiga"-Chef Walter Cikan eine Heavy Metal-LP produzieren wollte, worauf die Leute von der Abteilung des Abendprogrammes für Jugendliche beim Sender "Stimmer der DDR" (aus dem später der Jugendsender "DT 64" hervorging) das MCB-Konzert am 25. Januar im Magdeburger Vorort Schönebeck spontan mitschnitten und später auch mehrfach sendeten. Dieses Airplay machte die Band populär und Ende August wurden weitere Titel für den Rundfunk aufgenommen. Weil die Musiker aber so wie ihr Vorbild MOTÖRHEAD klingen wollten, wurde die Idee geboren, die Songs im wegen Wartungsarbeiten leergepumpten Radebeuler Schwimmbad aufzunehmen. Es sollte dann eine Platte mit fünf Studio-Titeln (davon drei aus dem Schwimmbad) und den Live-Aufnahmen von Schönebeck veröffentlicht werden, aber dies wurde der staatlichen Plattenfirma "Amiga" von kulturpolitischer Seite nicht genehmigt. Später war dann eine LP zusammen mit FORMEL 1 geplant, aber dies wurde immer wieder verschoben und nach dem Weggang von Charlie Ludwig waren die Songs aufgrund der neuen musikalischen Ausrichtung auch nicht mehr repräsentativ.

Wie schon angedeutet, zerstritten sich Charlie Ludwig und Mike Demnitz, so daß Charlie MCB im Oktober 1985 verließ und die musikalisch in etwas seichteren Gewässern segelnde Kapelle CHARLIES CREW gründetet, mit welcher er noch heute erfolgreich Konzerte absolviert. Die meisten Songs stammten bis dahin aus seiner Feder, wobei er mit Texterin Brigitte Gießner zusammenarbeitete.
Mit dem neuen Gitarristen und Sänger Sebastian "Basti" Baur (vorher bei MONOKEL und KEKS) wurden nur ein paar Songs aus der Feder von Mike Demnitz aus der ersten Bandphase übernommen und neue Lieder geschrieben, die sich mehr dem Speed und Thrash Metal zuneigten. Schon im Juni 1986 wurde erneut ein Konzert vom Rundfunk mitgeschnitten und gesendet, was der Band einen abermaligen Popularitätsschub und ab Dezember 1986 weitere Rundfunk-Produktionen einbrachte.


MCB 2002

Im März 1987 verließ Bernd Schilanski die Band und spielte fortan bei SCHESELONG. Mike Demnitz verlegte die Heimat von MCB nach Dresden und in Jörg Borchert wurde dann ein neuer Schlagzeuger gefunden.
Wieder einmal war MCB im Gespräch für eine Langspielplatte bei "Amiga", jedoch wurde dann nur eine Split-LP namens "Kleeblatt Nr. 22 - Hard & Heavy" veröffentlicht, auf der jeweils vier Songs von COBRA, PLATTFORM und MCB zu hören waren. So auch "Lied des Galgenbruders an Sophie das Henkersmädel", einer der beiden Songs mit einem Text des Dichters Christian Morgenstern. 1988 spielten MCB fast das ganze Jahr zusammen mit der Erfurter Band BLITZZ und so ergab es sich im Sommer diesen Jahres, daß das Fernsehen der DDR ein Konzert aufnahm, welches zusammen der russischen Band KRUIZ auf der "Insel der Jugend" in Berlin stattfand. Desweiteren stellten die Musiker ihr schauspielerisches Talent als Kleindarsteller in der beliebten TV-Serie "Mit Leib und Seele" zur Verfügung.

Nach weiteren vergeblichen Versuchen, eine Langspielplatte bei "Amiga" zu veröffentlichen, verließ Sebastian Baur im Mai 1989 die Band. Er gründete anschließend LANZ BULLDOG und wurde durch den Berliner Jens Berg ersetzt, der wegen seines Studiums in Dresden hängenblieb und vorher bei DOCTOR ROCK spielte.
Die Musik der Band wurde abermals härter und die Texte fortan nur noch in englischer Sprache verfaßt. Dank des politischen Umbruchs Ende 1989 konnte mit "Rage Out" auch wieder ein Titel im Rundfunk produziert werden, der dann auch vordere Plätze in den Wertungssendungen von "DT 64" belegte.
Autor: Hendrik Rosenberg

Quellen: Charlie Ludwig, Bernd Schilanski, Sebastian Baur, www.bassbomber.de

Stand: Juni 2010
Nach der Wende komplettierten die ehemaligen DANGER-Musiker Erik Sommer (g), Maik Zühlke (g) und Andreas Glück (d) die Besetzung um Mike Demnitz und man konnte auch einen Plattenvertrag mit K&P-Records abschließen, der jedoch ohne eine Veröffentlichung auslief. Trotz des im Jahre 1991 erschienenen und vielbeachteten Demos "Bloody Kisses", auf welchem die besten Songs aus den Jahren 1987 bis 1990 (mit englischen Texten versehen) zu hören waren, brachte die Band kein Bein mehr auf den Boden und verschwand in der Versenkung.

Im Jahre 2000 versuchte man eine MCB-Reunion mit der Besetzung von 1987, wobei Angela Ullrich (früher bei der hartrockenden Dresdener Mädels-Band NA UND) als zweite Trommlerin engagiert wurde. Die erste Tour lief noch ganz erfolgreich, denn neben den verbliebenen Alt-Fans wollten auch die jüngeren Fans von Bastis damaliger Hauptband KNORKATOR die Konzerte sehen. Bei der zweiten Tour im Jahre 2001 ebbte das Interesse jedoch massiv ab.
Später rief Mike Demnitz das BASSBOMBER-Projekt ins Leben, unter dessen Banner er auch MCB mit Gitarristen Mike Zühlke und Drummer Basti Pfund mehr schlecht als recht weiter leben läßt.







Die Diskographie:



Titel: "Kleeblatt Nr. 22"
Format: Sampler / Kopplung
Label: AMIGA
Erschienen: 1987
Anmerkung: Die Gruppe MCB ist auf dieser Kopplung mit den Titeln "Eisenmann", "Heavy Mörtel Mischmaschine", "Kommando 308" und "Lied des Galgenbruders an Sophie das Henkersmädel" vertreten.


Titel: "Das Album Rock Bilanz 1989"
Format: Sampler
Label: AMIGA
Erschienen: 1989
Anmerkung: Die Gruppe MCB ist auf dieser Kopplung mit dem Titel "Rage Out" vertreten.


Titel: "Bloody Kisses"
Format: Album (Demo)
Label: EV
Erschienen: 1991
Titel: (engl. Version von Gottlieb Trauer) - Feast Of Luzifer - War Games - The Old Wolf - Bloody Kisses - Jolly Roger - Escape - Drinker - Commando 3-0-8 - Sophie, The Bride Of Death - Last Ride


Titel: "Gelbkreuz"
Format: Album (Demo)
Label: EV
Erschienen: 2002
Titel: El Alamine - Nacht der Wölfe - Reise ohne Wiederkehr - Gelbkreuz des Südens - Jesaja - Blues in der Gosse - (-40 °C) Stalingrad - Sophie das Henkersmädel (Special Edition 2002) - Adler fliegen hoch - Der Alte Wolf

Anmerkung: Dieses Album wurde damals als Download angeboten.




Unveröffentlichte Songs (nicht vollständig):
- "Bis in alle Ewigkeit" (???)
- "Gottlieb Trauer / Der Antiheld" (1987)