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Melodie & Rhythmus stellt vor: Kleeblatt (aus Melodie & Rythmus 11/1982. Autor: Günter Gueffroy, Foto: Herbert Schulze)
Von der Gruppe KLEEBLATT hörte ich zum ersten Mal Anfang 1980, allerdings noch aus Kollegenmunde der da behauptete, in einigen Studentenklubs einen interessanten, sanftmelodiösen rockmusikalischen Widerpart zur allgemein vorherrschenden Hardrockigkeit vernommen zu haben. Dieses Gerücht bestätigte sich bei den Werkstattagen der Jugendtanzmusik in Suhl, wo KLEEBLATT im Musikantenklub aufspielte, der Rundfunk mitschnitt und AMIGA dieserhalben 1981 bereits das klangverwobene Miteinander von Keyboards und akustischen Gitarren von KLEEBLATT auf "Kleeblatt", der LP-Serie, veröffentlichen konnte. Wolfgang Lange schrieb seinerzeit in einer Rezension dieser Platte: "...offerieren die drei Musiker vielerlei Fähigkeiten: Gefühl für wirkungs- und sinnvollen Aufbau eines Titels; Vermögen, aus sparsam eingesetzten musikalischen Material musikalischen Reichtum zu entwickeln...; schöne Differenziertheit der klanglichen Verläufe, in denen interessante Mixturen auffallen; das instrumentale Geschick jedes einzelnen. Vorstellen könnte ich mir, dass die ohnehin schon vorhandene musikalische Farbigkeit der Gruppe durch eine Vokalstimme i-punktartige Vollendung erfährt." Die Funktion des vokalen Tupfers hat mittlerweile Dina Straat übernommen, die nach einem (keineswegs erfolglosen) Ausflug in die Schlager-Szene wieder ins rockmusikalische Gruppenleben zurückgekehrt ist, um ihre künstlerischen Intentionen in der kollektiven Auseinandersetzung um und mit Musik besser verwirklichen zu können. So nicht nur klanglich, sondern auch um die Aussagemöglichkeit konkreter Inhalte bereichert (die Texte für KLEEBLATT schreibt Ingeburg Branoner), stellte die Gruppe einen Ausschnitt ihres Konzertprogrammes beim VI. Interpretenwettbewerb der Unterhaltungskunst 1982 in Karl-Marx-Stadt zur Diskussion: Vor allem Eigenkompositionen, in denen die klaren Töne reicher Naturinstrumente (bzw. einer Stimme) mit den flächigen Schwebeklängen oder bizarren Tonläufen eines elektronischen Instrumentariums konfrontiert, verschmolzen und zu einem eigenwilligen musikalischen Ganzen geformt werden. Dazu im Konzert u.a. Bearbeitungen internationaler Liedklassik in KLEEBLATT–Manier und Gitarrenvirtuosität traditioneller Schule. Alles in allem vielleicht noch nicht in letztmöglicher Musik- und Repertoire-dramaturgischer Stimmigkeit, aber außergewöhnlich, spannungsvoll, entwicklungsfähig und solcher Halben beim Interpretenwettbewerb mit einem Sonderpreis des Zentralrates der FDJ ausgezeichnet. Bereits in der Vergangenheit ist die experimentierfreudige KLEEBLATT-Mannschaft wiederholt gemeinsam mit einem Streichquartett aufgetreten. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, das sich die Formation seit Herbst dieses Jahres in veränderter personeller und instrumentaler Besetzung präsentiert: Zu Dina Straat (Gesang), Wolfgang Kobischke (akustische und elektrische Gitarre, Synthesizer, Gesang, Leiter der Gruppe) und Serjoscha Stüven (Keyboards) ist Hans Wintoch, genannt "Hans, die Geige" (Violine, Keyboards, Gesang), gekommen. Und bei der Spezifik der KLEEBLATT-Klänge muss unbedingt auch die Tonregie Erhard Schmidts, der zugleich für Spezialeffekte und den Einsatz des Rhythmuskomposers verantwortlich ist, öffentlich verzeichnet werden. Gegenwärtig bereiten die KLEEBLÄTTER neue Titelproduktionen sowie Auftritte in den Jugendsendungen des DDR-Fernsehens vor, und waren im November mit ihrer sphärischen Musik im einzigartigen galaktischen Konzertsaal, im Jenaer Planetarium nämlich, zu Gast. Und die mir anfänglich selbst auferlegte Beschränkung verbietet es leider, hier alles aufzuzählen, was einem angesichts des Tatbestandes, dass KLEEBLATT exklusiv für eine Rhododendronsendung des Fernsehens komponiert und gespielt hat, an gartenfachterminologischen Geistreichigkeiten ankommen könnte. Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus" |