|
Melodie & Rhythmus stellt vor: Das Modern-Septett (aus Melodie & Rythmus 7/1970)
Gerhard "Hugo" Laartz (Kapellenleiter, Komponist, Piano/Orgel), Eugen Hahn (Bassgitarre), Konrad Bauer (Posaune), Karl-Jürgen Rath (Schlagzeug), Johannes Biebl (Gitarre), Jochen Gleichmann (Trompete) und der Achte im Bunde, Klaus Nowodworski (Gesang). Nach anfänglichen Umbesetzungen besteht das jetzige Modern-Septett seit Dezember 1968. Ein Meilenstein in der Entwicklung war das Auftreten im Februar-Programm "mini-midi-maxi" des Berliner Friedrichstadt-Palastes. Auch der Funk hilft bei der Bewährung auf der Bühne der Sonderklasse. Unter den Aufnahmen, die kürzlich Radio DDR mit dem Modern-Septett produzierte, waren auch eigene Titel. Dies ist bemerkenswert, schon aus der Tatsache heraus, dass die Potenzen in der Gruppe wirksam werden. Besonders erfreulich ist das Bemühen um engangierte Texte. Zu einem progressiven Text gehört aber auch das prägnante musikalische Thema. Laartz versteht es noch nicht immer, die musikalischen Mittel adäquat einzusetzen. Das kommt u.a. im dritten Vers von "Unser Haus" (Laartz/Nowodworksi) zum Ausdruck: "Es ist für Dich ist für mich / es ist für uns es ist für alle / wir müssen schaffen / denn unser Haus muss hell und schön sein / für viele Stunden für viele Jahre und alle Zeit". Die Aussage wird durch die inadäquate Musik in ihrer Wirksamkeit reduziert.
Viel Schweiß floss unter dem Scheinwerferlicht im Studentenkeller in Krakau (sprich: Studio Johannisthal). Die drei Drehtage für den Fernsehfilm "Jede Stunde Deines Lebens" waren für das Modern-Septett ebenso aufregend wie die Aufnahmen (zwei Titel) zur Silvestersendung "Rhythmus '69" (Studio Halle) auf dem Harzer Hexentanzplatz. Für die Zukunft wünschen sich Gerhard Laartz und sein Septett - nach Weimar, Rostock und Halle ("Jazz mit Josh") - weitere Jazzkonzerte und viele gute Texte für eigene Titel. Eine durchaus dufte Musik, dies ist der erste Eindruck von "Hugos Truppe". Mit ihrem Habitus konnte man sich allerdings nicht einverstanden erklären. Inzwischen sollen aber die begabten Jungens eine vernünftige Mitte gefunden haben. Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus" |