Frieder Rosenthal - Zart und bitter
(aus Melodie & Rythmus 9/1989, Autor: E. Leo Gehl)

Seine eigenwilligen Lieder und Geschichten kommen zu uns als Botschaften, sind umgesetztes Erleben und Beobachten in für ihn typischen Bildern. Mut sollen diese Bilder machen, Mut, um Defizite an Gefühlen und Phantasie abzutragen, um Befindlichkeiten des Alltags nachzuspüren. Deshalb kommen seine Lied-Geschichten auch verhalten und leise daher, nicht für den "sofortigen Verzehr" bestimmt. Sie erfordern wiederholtes und intensives Hören.

Frieder Rosenthal entschloss sich relativ spät, erst Ende der siebziger Jahre, nach dem Diplom als Ingenieur für Datenverarbeitung (danach Fernstudium an der Dresdner Hochschule für Musik), freiberuflich als Liedermacher zu arbeiten. Anzutreffen ist er seitdem vorwiegend in Jugend- und Studentenklubs, in denen er seine Songs solistisch zur Gitarre oder zum Piano vorträgt. Erste, überraschend positive Auslandserfahrungen machte er 1988 in der UdSSR, BRD und im italienischen Bolzano.

In dieser nur allzu lauten Zeit spielen seine leis erzählten Lied-Geschichten in den einschlägigen Wertungssendungen natürlich nur eine untergeordnete Rolle, Ausnahme allein "Mein Sohn", bereits zu finden auf der "Kleeblatt"-LP Nr. 20. Im August legte AMIGA nun Rosenthals erste Langspielplatte vor. "Zart und bitter" ist sie überschrieben, ein Album, das vor allem durch seine Texte und eine einfühlsame Musik besticht, bei der sich Frieder Rosenthal durch solch hervorragende Instrumentalisten wie Ralf Kothe, Jürgen Ehle, Thomas Natschinski und Michael Fuchs unterstützen ließ. Wie in seinem Programmen ist ihm auch hier wichtig, unverwechselbar zu sein in seinem Versuch, die unterschiedliche Struktur von Stimmungen und Gedanken als ein Konzept darzustellen.




Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus"