Melodie & Rhythmus stellt vor:
Familie Silly

(aus Melodie & Rythmus 5/1980)

Niemand in der Band kann heute mehr genau sagen, wie der Name entstand. "Familie"? Wohl klar, aber "Silly"? Es gibt da ein Bandmaskottchen, ein Katertier, dessen Name: "Silly"! Vielleicht darum. Die Familie ist seit ihrer Gründung vor zwei Jahren rasch bekannt geworden. Sieht man aber von den Rundfunkproduktionen der Berliner Berufsformation („Wer tanzt mit mir“, „Ich reiß ihn aus“, „Mitternacht“ [Schramm/Demmler], „Nicki“ [Schramm / Witte]) ab, wenig Medienpräsenz. Vielleicht liegt's an den ausgedehnten Unternehmungen der Sillys. Sie gaben Konzerte, hatten Auftritte in fast allen Landstrichen der Republik, außerdem in Norwegen, CSSR, Ungarische VR – vor allem aber in der SR Rumänien. Ihr Bekanntheitsgrad in dem Balkanland ist enorm: Sie spielten dort in fast allen größeren Städten, traten pro Konzert vor meist 3000 bis 6000 Zuschauern auf.

Die Familie Silly (Tamara Danz – Gesang; Mathias Schramm – Bass, Gesang; Thomas Fritzsching – Gitarre, Gesang; Ulrich Mann – Keyboards; Manfred Kusno – Keyboards; Michael Schafmeier – Schlagzeug) macht keine aufgemotzte Show, beschränkt sich in ihren Effekten auf sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzte Lichter und Farbspiele. Sucht man die musikalische Linie, kommt man ein wenig ins Schleudern, sie bringen Reggae, Blues, Rock – gekonnt und vital, handwerklich solide (drei kommen von der Spezialmusikhochschule Berlin-Friedrichshain, einer lernte bei „Hanns Eisler“, Berlin, auch von „Franz Liszt“, Weimar, kam Zuwachs).
Nicht unwesentlich die Banderfahrung: Tamara sang bei Horst Krüger, Mathias brummte in der College Formation, Ulrich drückte die Tasten bei Elefant – Weimar, Manne bei Soft, Micha bearbeitete die Schießbude bei Mediant, Thomas schließlich riss schon das Plektrum bei Phönix.

Neben den eigenen Titeln, komponiert von Bassist Mathias Schramm, beeindrucken einfühlsame Nachbildungen bekannter Rockkaräter – hier, aber auch sonst, markant die Stimme von Tamara Danz, ihr Vortrag verrät Feeling.
Aussage der sechs: „Wir wollen uns noch nicht festlegen, Rock ist der Grundtenor – ob nun Funk– oder Reggae richtungweisend wird, soll die Zukunft zeigen. Ein Problem ist noch die Einheit von Text und Komposition. Nach einem breiteren inhaltlichen Spektrum (in puncto Textmaterialien) fahnden wir.“

Angemerkt: Die Familie SILLY präsentiert sich im Herbst dieses Jahres auf der 3. Kleeblatt-LP.




Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus"