|
Jede-Stunde.de - KARATs erste mit Herz gepflegte Webseite ...nach Herberts Tod starb auch sie heimlich, still und leise!
Es war im Jahre 2001, als sich eine kleine Gemeinschaft von KARAT-Fans regelmäßig auf der offiziellen Webseite der Band www.karat25.de getroffen hat. Diese Treffen fanden aber weniger zu Informationszwecken, sondern zum Erfahrungsaustausch und zum Beklagen der spärlich gestreuten Neuigkeiten der Gruppe statt. Auf www.karat25.de war kein Leben. Die Seite war von einem beauftragten Webmaster gebaut und seitdem nicht weiter aktualisiert worden. Live-Termine? Fehlanzeige... Neue Berichte über Konzerte? Fehlanzeige... Blicke in die Vergangenheit und Geschichte der Kultband? Fehlanzeige... Als nach zahlreichen Unmutsäußerungen im Gästebuch auch dieses letzte Mittel der Kommunikation entfernt worden war, war das der Aufruf für mich, selbst etwas ins Netz zu stellen. Es war März 2001, als ich die Arbeiten an der eigenen Seite begann. Es waren in den ersten Tagen einige andere Fans sehr behilflich, einen ersten Webseitenentwurf fertig zu stellen, der dann auch für die Öffentlichkeit freigeschaltet werden konnte. Damit das nicht "ungefragt" passierte, rief ich bei Adele (Walter - Managerin von KARAT) an, um mir die Genehmigung für den Betrieb der Seite www.der-blaue-planet.de.vu geben zu lassen. Nach einem kurzen Gespräch mit ihr und ihrer Bitte, ein Auge auf den Umgangston zu haben, wurde die Genehmigung erteilt. Der Startschuss für die Karat-Fanpage war gefallen! Erster Materiallieferant mit einem umfangreichen Fundus an Zeitungsberichten und Fotos aus längst vergangenen Tagen war ein Fan namens Gerd Müller aus Bayern. Früher selbst Mitglied in einem Fanclub, hatte er über Jahre jeden Schnipsel über die Kapelle aus Berlin gesammelt. Zwei Ordner voller Material schickte er zur digitalen Umwandlung per Post an mich. Viele Tage war ich damit beschäftigt, die unzähligen Bilder und Fotos zu scannen, Beiträge aus Zeitungen abzuschreiben und Listen aller Art für das Internet zu programmieren. Auch Dank Gerd war aus der Idee innerhalb weniger Wochen schon eine recht umfangreiche Informationsplattform im Internet entstanden. Weitere Ideen wurden umgesetzt, so bekam Karat zum Beispiel ihr erstes eigenes Forum und ihren ersten eigenen Chat. Eine Diskographie (die erste wirklich vollständige) stand schon kurze Zeit später online und man begann damit, Liedtexte abzuschreiben und online zu stellen. Im Sommer 2001 entdeckte dann auch Adele die Seite für sich und sicherte mir ab diesem Zeitpunkt ihre Unterstützung zu. Darin enthalten war auch das Veröffentlichen von Konzertterminen. Diese "höchstsensiblen" Daten veröffentlichen zu dürfen, war ein langer Kampf. Es hing halt für Adele sehr viel daran, dass die Richtigkeit dieser Termine jederzeit gegeben war. Trotzdem war die Fanpage die erste Seite im Netz mit einer Termin-Übersicht, die ständig aktualisiert wurde. Diese Unterstützung vom Management und die ständig steigenden Zugriffszahlen der Webseite waren dann auch der Grund, warum ich eine richtige .de-Domain für die Fanpage gekauft habe. Ab Sommer 2001 war www.der-blaue-planet.de.vu schon wieder Geschichte, die Karat-Fanpage war ab sofort nur noch über www.jede-stunde.de erreichbar. Eine URL, die in den nächsten Jahren vielen Fans bekannt war, und die auch als Surftipp auf einigen Karat-Publikationen angegeben wurde... Im August 2002 kam es dann zu einem folgenschweren Treffen. Eine eMail mit einer Bestellung aus dem KARAT-Shop (sowas hatte die Seite auch) traf hier ein. Eine Familie aus Sachsen wollte gerne eine Promomappe mit LP und Autogrammkarte aus den 80ern kaufen. Die Autogrammkarte hätten sie selbst einmal besessen, sie ging aber durch Umzüge und andere Veränderungen irgendwann verloren. Zu diesem Geschäft kam es aber nie, denn ein ehemaliger Mitarbeiter in meinem Geschäft hatte eine Bestandsliste sehr schlampig geführt, so dass Artikel, die bereits verkauft waren, noch als erhältlich gelistet waren.
CR: Aber dieses nicht zustande gekommene Geschäft war der Auslöser für einen regen eMail-Wechsel. Die Mails wurden immer länger und umfangreicher, und irgendwann wurde aus der täglichen Mailkorrespondenz eine Freundschaft. Es stellte sich heraus, dass die Familie Knechtel selbst Interesse am Webseitenbau und am Erstellen von Grafiken hatte. KF: Das hatten wir bis dato bei diversen Projekten schon getan - was Christian aber nicht wußte. Wir hielten uns in dieser Beziehung einigermaßen bedeckt. CR: Nach zahlreichen Mails und Telefonaten unterbreitete ich ihnen dann das Angebot, bei der Fanpage doch einfach mitzumachen. Dieses Angebot wurde angenommen und man machte sich an die Arbeit, der erst 1/2-jährigen Webseite ein neues Gesicht zu verpassen.
CR: Neue Grafiken für die Fanpage entstanden, und das Programmieren von Webseiten - abseits der vorgegebenen Muster und Schablonen von Homepagebau-Software - wurde sich autodidaktisch selbst beigebracht. Das ehemalige Gerüst der Webseite, das ich mir bei einem Webseiten-Anbieter am Anfang des Jahres noch ausgesucht hatte, hatte ausgedient und machte dem neuen Format Platz. Nach und nach wurden die Unterseiten der Webseite angepasst und neu programmiert. KF: Das war eine geile Zeit! Die Ideen sprudelten nur so und irgendwie schien alles möglich zu sein. Was man sich auch vornahm - alles gelang, meistens sogar besser als man es sich vorher erträumt hatte. Christian und wir heizten uns gegenseitig an und merkten gar nicht so recht, was da eigentlich passierte. Die Besucher waren begeistert und kamen - genauso wie wir - fast gar nicht mehr mit ob der Geschwindigkeit, mit der beinahe täglich Essentielles auf der Page passierte. Der Zähler raste förmlich, ständig kamen neue Leute zu uns und blieben. Das hatte natürlich zur Folge, daß die Wohnzimmer-Atmosphäre, die bis dahin unter der Community geherrscht hatte, sehr bald der Vergangenheit angehörte. Nicht jeder bisherige Stammgast war darüber glücklich... An dieser Stelle müssen und möchten wir noch jemanden erwähnen, ohne dessen Zutun sich die Dinge nicht hätten so rasant entwickeln können. Unser lieber Freund und vormalige Projektpartner Ralph-Marcel Dietrich stand uns immer zur Seite und half, wo er nur konnte. Wenn wir nicht weiterkamen, war er stets zur Stelle und wenn wir etwas nicht auf die Reihe bekamen, hatte er immer den passenden Tip parat. Wohl dem, der so einen Freund im Background hat! Davon bekam aber nie jemand etwas mit, ebensowenig, wie zu dieser Zeit irgendjemand wußte, daß Christian nicht mehr allein schaltete und waltete. Wir hielten uns nämlich immer noch im Hintergrund und haben uns köstlich darüber amüsiert, wie Christian dauernd mit Lob überschüttet wurde und vergeblich dagegen ankämpfte, hahaha... "Nein, nein, das bin ich nicht alleine, ich habe seit einiger Zeit helfende Hände..." Unseren Namen zu erwähnen hatten wir ihm strikt untersagt und keiner glaubte ihm so recht. Ein Heidenspaß!
KF: Völlig genial von Ed! Er hat unserem Baby durch seine virtuelle Anwesenheit den Ritterschlag verpaßt. Die Fans waren natürlich aus dem Häuschen, Ed Swillms mit Fragen bombardieren zu können, die er sogar beantwortete. Und zwar ausführlich und freundlich. Er war ja bis dato völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden, so daß sein unvermitteltes Auftauchen bei "Jede Stunde" einer Sensation gleichkam. Und unter uns: Es war auch eine. Aber wie gesagt - es gelang einfach ALLES! CR: Außerdem bewegten wir Henning Protzmann dazu, trotz seiner Ansage, nie wieder in einem Interview etwas über KARAT sagen zu wollen, uns ein umfangreiches Interview zu geben. KF: Da haben Christian und wir uns zum ersten mal ernsthaft gestritten, weil jeder dieses Interview machen wollte. Wir haben am Ende gewonnen, hahaha... CR: Thomas Kurzhals, Dieter Thomas Heck, Peter Meyer von den Puhdys und einige andere mehr gaben Interviews, die auf der Fanpage veröffentlicht wurden. Sogar ein Schreiben von Kurt Demmler war dabei (für ein Interview stand er nicht zur Verfügung, wollte es sich aber nicht nehmen lassen, dieses Schreiben zur Veröffentlichung auf der Seite zu verfassen). KF: Anmerkung zwischendurch - Kurt Demmler kam erst sehr viel später zu uns! CR: Inzwischen adelte uns die Gruppe KARAT (Anfang 2003) mit dem Status der offiziellen Webseite der Gruppe. Diesen Ritterschlag hatten wir uns scheinbar durch unsere Arbeit an der Fanpage erworben. Ab sofort war die einstige Notlösung die offizielle Webseite der Band... das war unglaublich.
CR: Im Frühjahr erschien das erste neue Album der Kapelle während unserer Zeit als Webmaster. Dies wurde natürlich umfangreich auf der Seite besprochen und rezensiert. Am Tag des Albumreleases fuhr ich mit meiner Frau nach Osterholz-Scharmbeck in der Nähe von Bremen zu einem Konzert von KARAT. Im Backstagebereich traf ich die Jungs alle wieder. Es wurde geplauscht und es wurden Fotos geschossen. Es wurde ein Gläschen getrunken und es entstand an Ort und Stelle ein Interview mit Herbert Dreilich für "Jede-Stunde". Herbert kam durch zu viel Verkehr zwischen Bremen und OHZ viel zu spät, und noch bevor er ins Hotel fuhr, wollte er erstmal etwas essen. Herbert war Profi und hatte Spaß an seiner Arbeit. Das Interview, das durch seine Verspätung schon ins Wasser zu fallen drohte, wurde kurzerhand beim Essen gemacht. "Stört das auch wirklich nicht?"... "Ach was, das machen wir jetzt. Versprochen ist versprochen!" Ich wußte damals nicht, dass das das letzte Treffen mit ihm sein würde. Das Interview war im Kasten, die Band ging auf die Bühne... ein schöner Konzertabend nahm seinen Verlauf. Für den Herbst des Jahres wurde eine "Ostival-Tour" angekündigt. Die Puhdys, City und KARAT sollten auf eine Tour in den Westen Deutschlands reisen und dort Konzerte geben. Der Termin in Köln im September 2003 war für mich schon fest im Kalender notiert. Da erreichte uns die schreckliche Nachricht, dass Herbert an Krebs erkrankt sei. Auf der Webseite hieß es erstmal nur: "Karat kann aufgrund von Krankheit ihres Frontmanns Herbert Dreilich nicht an der Ostival-Tour" teilnehmen. Man wollte erstmal nicht die ganze Wahrheit sagen... auch wegen Herbert nicht. Trotzdem kam die Wahrheit ans Licht. Die Presse erfuhr davon und einen Tag später waren die Blätter voll von der erschütternden Nachricht. KF: Natürlich wurden auch wir in den Strudel hineingezogen und mit Fragen gelöchert. Selbstverständlich haben wir das Spiel NICHT mitgemacht und keinerlei Informationen rausgegeben. CR: Auch meine Freunde und ich saßen erstmal wie vor einem schwarzen Loch... Was wird nun? Wird Herbert es packen? Was wird aus Karat? Die Monate vergingen sehr zähflüssig. KF: Wir füllten sie mit diversen Interviews. Die aktuellen Karat-Musiker waren da und auch das Gespräch mit Henning fiel in diese Zeit.
KF: Ja, und da saßen wir nun und fühlten die ganze Last der Verantwortung auf unseren Schultern. Wie sollte man DAS bloß den Leuten sagen? Es war einer der schwersten Momente überhaupt, wir fanden keine Worte. Auch wegen unserer eigenen Traurigkeit. Wir erinnern uns noch ganz genau, daß uns ständig der Satz "Herbert ist tot" durch den Kopf schwebte und wir es einfach nicht fertigbrachten, das böse Wort mit den drei Buchstaben einzutippen. So hieß die Headline am Ende "Unfaßbar: Herbert Dreilich lebt nicht mehr", in grauer Schrift auf einer schlichten schwarzen Seite, auf der in einem separaten Kasten Bilder von Herbert aus allen Karat-Phasen wechselten. Diese Seite stellten wir Adele vor, sie fand sie genau richtig und segnete sie ab. So schickten wir die Seite auf Sendung in dem Bewußtsein, daß bald tausende von Menschen durch sie die schreckliche Nachricht erfahren und traurig davorsitzen würden. Ein schwarzer Tag. CR: Im Januar 2004 machte sich dann der Gedanke breit, dass man das Andenken an Herbert unbedingt erhalten muss. Daher durfte auch Jede-Stunde nicht einfach vom Netz gehen. Meine Freunde und ich bastelten weiter an der Seite, hatten Ideen, was noch kommen könnte und machten uns ans Werk. Von der Band wurde mitgeteilt, dass die Stelle des Sängers fortan von Herberts Sohn, Claudius, übernommen werden würde. Gefühlsgemisch: "Jemand anderes an Herberts Stelle? Auf der einen Seite geht's weiter, das ist schön! Aber jemand anderes an Herberts Stelle? Ok, es ist der Sohn... Aber jemand anderes an Herberts Stelle?" Ich persönlich konnte das nicht einordnen. Für mich war Herbert über all die Jahre das Gesicht von Karat, die Stimme von Karat und nach dem Ausstieg von Henning und Ed auch der kreative Part von Karat. KF: Wir sahen das ähnlich, waren dabei aber radikaler (So kennt ihr uns, gell?). Für uns gab es eigentlich nur eine Lösung: Die AUFlösung. Mit Herbert war auch Karat gestorben. CR: Die Arbeiten an Jede-Stunde gingen weiter. Viele alte Berichte aus "Melodie & Rhythmus" oder "Neues Leben" wurden abgeschrieben und im Pressearchiv veröffentlicht. Alte Konzertfotos wurden gescannt und veröffentlicht. Es war nur noch Geschichtsaufarbeitung... Im Februar gelang es mir dann endlich, mal wieder eine Karat CD zu hören. Es war mehr als komisch, dort Herbert singen zu hören, gleichzeitig aber zu wissen, dass er nicht mehr da ist.
CR: Im April erschien die Single "Melancholie". Zugegeben, ein Song, der mich nicht berührte. Musikalisch mußte man schon sehr genau nach Elementen von KARAT suchen. Aber es war eine neue Single. Das erste Mal nach Herberts Tod, dass etwas wirklich Neues auf Jede-Stunde.de veröffentlicht wurde. Die Konzert-Saison mit Claudius' Premiere im DasDie live in Erfurt verlief für die Band sehr erfolgreich. Ohne meine Freunde oder mich. Ich konnte nicht zu Karat fahren, wo Herbert noch nicht einmal ein halbes Jahr tot war. KF: "Melancholie" fanden wir schon nicht ganz schlecht. Es wäre geschmacklos gewesen, Herberts Stil einfach zu kopieren. Neumi hat gute Arbeit geleistet und ein Lied geschaffen, auf dem ein Neuanfang hätte aufbauen können. Das geschah allerdings nicht. Aus gutem Grund: Herberts Witwe beanspruchte den Bandnamen, den Dreilich zu Lebzeiten heimlich hatte als Markenzeichen eintragen lassen und genehmigte den Gebrauch des Wortes Karat nur für Fernseh- und Live-Auftritte, ausdrücklich NICHT aber für CD-Produktionen. Die CD-Single "Melancholie" konnte so auch nur als Promo-CD produziert werden und durfte nicht in die Öffentlichkeit gelangen. Trotzdem tauchte sie bei Ebay auf und erzielte die Rekord-Summe von 200 Euro. Höchstbieter war allerdings Christian im Auftrag von Adele, die Transaktion wurde nicht durchgeführt und die Single mußte zurückgegeben werden. Die Fans allerdings kannten die Hintergründe nicht und reagierten sauer. Die Emotionen kochten im Forum hoch und mancher vergaß dabei auch, wie man sich als Gast wo auch immer zu benehmen hat. Übrigens nicht zum ersten und auch nicht zum letzten mal. Wie das endete, ist bekannt. CR: Im Verlauf des Jahres platzte dann die Bombe: KARAT durfte ab 2006 nicht mehr den Namen KARAT tragen. Die Witwe von Herbert hat das so entschieden, ganz im Sinne ihres Mannes, wie sie selbst sagte. Und mit dem Wegfall der Namensrechte, war auch ein Weiterbestehen der Seite "Jede-Stunde" in Gefahr. Die Band mußte sich einen neuen Namen zulegen und verlor damit auch ihre Geschichte. Wir einigten uns mit den Rechteinhabern, dass "Jede-Stunde" weitergeführt werden konnte. Allerdings unter der Voraussetzung, dass dort nicht mehr über die neue Band mit den ehemaligen Karat-Musikern berichtet werden durfte. Überhaupt mußte ab dem 31.12.2005 ein Schlussstrich gezogen werden. Bis dahin gab es die Band KARAT... danach offiziell nicht mehr. Und dieser Stichtag war auch der Tod von "Jede-Stunde". Nicht sofort... er kam schleichend. Während wir weiterhin Geschichte gepflegt haben, bastelten wir im Auftrag der Band an einer neuen Seite. Die Gruppe nannte sich ab Januar 2006 K...! und ihre Webadresse änderte sich von jede-stunde.de in k-band.de. Doppelte Haushaltsführung nennt man das wohl. Auf der einen Seite Geschichtspflege, auf der anderen Seite das neue musikalische Projekt, das aber nicht zusammen geführt werden durfte. Der Rest ist Geschichte... KF: Wir hielten KARAT aber trotzdem am Leben, waren sozusagen das Bindeglied zwischen der alten und der neuen Band. Und haben es uns auch nicht nehmen lassen, die Mitglieder auf "Jede-Stunde" trotz allem zu Wort kommen zu lassen. Bei unserer Umfrage nach den Lieblings-Karat-Songs der "Jede Stunde" Leser zogen wir die Auswertung groß auf und holten Statements u.a. von Bernd Römer zu den Siegertiteln ein. Die Reihenfolge war "Albatros" vor "Schwanenkönig" und "Jede Stunde". Zwei weitere Umfragen führten wir 2006 noch durch: Die besten Texte ("Über sieben Brücken" vor "König der Welt" und "Der blaue Planet") und die Lieblingsbands der Leser (Puhdys vor City und den Beatles). Die besten Texte ließen wir von den Lesern selbst kommentieren, da kamen schöne Gedanken zum Vorschein. Zu "König der Welt" gelang es uns, Kurt Demmler zu einem Statement zu bewegen (siehe oben) und zu den "Brücken" äußerte sich sogar Helmut Richter sehr ausführlich! Das war wieder mal eine Sensation, mit der es "Jede-Stunde" sogar in die Super-Illu schaffte. Erwähnenswert ist auch noch, daß im Vorjahr eine Karat-CD erschienen war, für die die "Gegenseite" verantwortlich war (also Herberts Witwe). Darauf enthalten waren eine Best of und Herberts letzte Lieder, produziert von einem Maffay-Musiker. Die CD kam ganz gut bei uns weg, aber wir haben dennoch erwähnt, daß es keine wirkliche Karat-Veröffentlichung sein kann, wenn kein Karat-Musiker darauf spielt. Diese Kritik war ein Dorn im Auge der Verantwortlichen und als sie den Namen vorläufig erfolgreich beansprucht hatten, wurde uns "freundlich" empfohlen, daß es für eine weitere Zusammenarbeit sicherlich hilfreich wäre, wenn diese Kritik geändert würde... Überflüssig zu erwähnen, daß die Kritik so blieb wie sie war und eine Zusammenarbeit unsererseits sowieso niemals stattgefunden hätte. Da hielt Christian seinen Kopf noch einmal hin. Für Karat.
KF: Wir retteten an Inhalten soviel wie möglich, um der neuen Seite eine gewisse Vertrautheit mitzugeben. Manches, was es einst auf "Jede-Stunde" gab, ist auf der neuen Karat-Website zu finden. CR: In der Zwischenzeit waren die Knechtels und ich auch schon anderweitig fest eingebunden und zeitlich limitiert. Während der Zeit, in der KARAT nicht mehr KARAT heißen und auf "Jede-Stunde" nichts mehr passieren durfte, haben wir uns zusammen mit unserem Freund Fred Heiduk dem Nachlass von Michael Rösch gewidmet und aus seinem Ostrockforum ein Musikmagazin gebastelt. KF: Da müssen wir korrigierend einwerfen, daß Fred zu dem Zeitpunkt alles andere als unser Freund war, wie jeder nachlesen kann, der das "Deutsche-Mugge"-Forum mal bis zum Anfang verfolgt (Nicht böse sein, Bruder, aber was wahr ist muß wahr bleiben!) und daß wir anfangs eher wider- und unfreiwillig in das neue Projekt eintraten. Christian hatte uns schon verplant, bevor wir etwas davon wußten... Michael Rösch gehörte übrigens zur Stammkundschaft von "Jede-Stunde" und auch der K-band-Webseite, von daher kannten wir ihn. Er hatte uns auch mit Material unterstützt. CR: Für Jede-Stunde war weder Zeit noch die Lust vorhanden, denn man wäre die Konkurrenz im eigenen Hause gewesen. Im Herbst 2008 habe ich dann schweren Herzens die Kündigung für den Vertrag über die Webseite Jede-Stunde.de geschrieben und abgeschickt. Seit dem Start der neuen Karat-Homepage war auf Jede-Stunde eh nur noch ein Wegweiser zu finden... Im April 2009 erlosch der Vertrag, und auch der Wegweiser verschwand. Das letzte Überbleibsel unseres Webprojekts war die Internetadresse www.jede-stunde.de, die ich in dieser Woche in den Vertrag von Deutsche-Mugge übernommen habe. Was bleibt von "Jede-Stunde"? Zum einen das Wissen darüber, dass wir über einige Jahre den Karat-Fans ein Zuhause und der Band im Netz ein Gesicht gegeben haben. KF: !!! CR: Zum anderen das Wissen darüber, dass viele Karatfans die Seite und den Inhalt (O-Ton eines Fans: "Mir fehlt das Lebendige von Jede-Stunde auf der neuen Webseite") vermissen. Wir scheinen also irgendwas richtig gemacht zu haben. Aber der wichtigste Punkt... das was wirklich an Schönem geblieben ist, ist nicht nur die Erinnerung daran, sondern eine ganz besondere Freundschaft, die durch "Jede-Stunde" entstanden ist und die bis heute noch Bestand hat. Man kann sagen: "Wir sind dicke Tinte..." Die Freundschaft zur Familie aus Sachsen, die von mir zwar nicht die gewünschte Autogrammkarte bekam, dafür aber mit mir einen manchmal nervtötenden Zeitgenossen, der immer wieder mit was anderem kommt und der ohne sie (und sie wohl auch nicht ohne ihn) keine neuen Projekte oder Ideen plant... KF: Amen! |