Am Tag, als die Musikwelt still stand... Zum 20. Todestag von Freddie Mercury
(von Hartmut Helms, 24.11.2011) Für mich war er einer der ganz ganz Großen, eine schillernde Rock'n'Roll-Figur, der die Musik, das Leben und die Liebe in vollen Zügen aufsog und wieder von sich gab. Letzteres vor allem in seinen unverwechselbaren und, je nach Stimmung, hinreißend schönen oder brachial aufmüpfigen Liedern. Die Alben, die er mit Queen eingespielt und die Shows, die sie gemeinsam auf die Bühnen gebracht haben, waren Meilensteine. "Er wollte alles, er wollte es jetzt und hier", so eine seiner Textzeilen. Er hat es sich genommen, er hat es bekommen und er hat es ausgekostet - die bleibende Musik inklusive. Was könnte ich jetzt für Hymnen schreiben, die Historie breit auffächern und Wortschöpfungen miteinander verbinden. Nichts von dem würde auch nur annähernd die Ausstrahlung, das Leben und Musik widerspiegeln. Deshalb setze ich mich heute irgendwann in meinen Sessel, lege mir eine der Vinyl-Scheiben auf und falte das Cover der "Bicycle-Race" mit den "Fatt Bottom Girls" vor mir auf dem Teppich auseinander. Der Regler wird sich irgendwo bei 80% einpegeln und dann höre ich mir diese Musik an, über der die Stimme von FREDDIE MERCURY thront. Heute vor 20 Jahren ging er, doch der Mythos und die Musik werden bleiben bis zum "Heaven For Everyone" und weit darüber hinaus. Kein normaler Tag (von Christian Reder, 24.11.2011) Die Musikwelt war für mich eine, in der es ausschließlich unsterbliche Helden gab, die weit weg, auch von weltlichen Problemen, waren. Na klar... da war Elvis, der King of Rock'n Roll, der in den 70ern gestorben war. Das habe ich aber - wohl noch viel zu jung an Jahren - kaum wahrgenommen. In meiner Musikwelt lebten alle Helden noch, und meine Helden waren weder krank noch zu alt um Musik zu machen. Schon gar nicht FREDDIE MERCURY, der das Leben auf der Überholspur lebte. Ein echter Held, der die vielzitierten "Sex, Drugs & Rock'n Roll" lebte. Die Leidenschaft, die er auf der Bühne zeigte, beherrschte auch sein Privatleben. Ungebremst, echt und spektakulär. Wer würde denken, dass ausgerechnet Liebe einen umbringen würde...?! Nein, in meiner Welt waren die Helden unsterblich. Bis zum Sonntag, den 24. November 1991...
Der Tod von FREDDIE MERCURY hat zum ersten Mal meine Musikwelt erschüttert. Wirklich zum ersten Mal habe ich bewusst erlebt, dass Helden doch sterblich sind - so wie wir alle! Ich wusste nun, was Fans von Elvis, Jimi Hendrix oder THE DOORS bzw. Jim Morrison gefühlt haben mussten. Ich dachte wieder an den Video-Clip zu "These are the days of our lives". Die letzten Worte von FREDDIE waren "I still love you" - Wer hätte da gedacht, dass es die wirklich letzten Worte von FREDDIE sein würden...
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