RINGO STARR ist 70 - na und?



Man stelle sich mal vor, Joe Cocker hätte statt des berühmten Beatles-Klassikers von der "STG. Pepper" den Titelsong von "Yellow Submarine" (1969) gecovert. Seit Ewigkeiten würden wir nicht diesen Urschrei vom Joe, sondern eine besonderes lustige und auch lange Version des Refrains, vielleicht sogar im Schunkelrhythmus, hören "We all live in a yellow submarine, yellow submarine... and the band begins to play".
Wenn dem so gewesen wäre, die Welt hätte eine Hymne ohne Sprachbarrieren weniger, aber olle RINGO würde heute, völlig unabhängig von solcherart rock-historischen Betrachtungen und Philosophierens, aus seiner dicken Sonnenbrille grinsen und darauf keinen Kommentar abgeben. Warum auch?

Wer so wie ich mit den Gitarrenklängen von "She Loves You" und "I Want To Hold Your Hand" zur Schule gegangen ist, kannte die Namen der vier Pilzköpfe besser, als zum Beispiel manche russische Vokabel, zumal hier im Osten der Republik. Die Reihenfolge hieß stets: John, Paul, George und Ringo. Warum Ringo zum Schluss genannt wurde, weiß ich auch nicht mehr, es war eben so. Ebenso wenig habe ich eine Ahnung, warum ausgerechnet RINGO "With A Little Help From My Friends" und "Yellow Submarine" sang, statt einer der drei anderen Beatles. Doch so wie es damals kam finde ich es noch heute völlig in Ordnung, und eine andere Variante kann sich ein alter Beatles-Fan, selbst einer aus'm Osten, nicht vorstellen.
Wenn Ringo selbst mal eine Melodie in den Sinn kam, dann war sie, genau wie die beiden vorher genannten, mit dem Gefühl behaftet, nur von ihm gesungen werden zu können. So ein schönes Beispiel ist "Octopus' Garden" von der "Abbey Road". Wahrscheinlich hat er den Garten vom "Oktopus" vom dem "Gelben U-Boot" aus gesehen, who know's.

Ich hab' diesen RICHARD STARKEY immer gemocht, wie die drei anderen auch, obgleich ich gestehen muss, bis heute eine Vorliebe für George Harrison zu haben. Für mich saß der Linkshänder RINGO STARR immer etwas "verbogen" an der Schießbude, aber mit seinem Humor und dem Lächeln im Gesicht hatte er sowieso keine andere Chance, als geliebt zu werden.
Als es die Beatles als Band schon längst nicht mehr gab, erschien sein drittes Solo-Album, schlicht "Ringo" (1973) betitelt. Ein Freund von mir hatte es geschickt bekommen und wir saßen bei ihm zu Hause, um die Musik zu hören und uns an den wunderbaren Grafiken von Klaus Voormann im Textheft zu erfreuen. Der Überhit "Photograph", gemeinsam mit George Harrison geschrieben, setzt die Serie der typischen Ringo-Songs erfolgreich fort. Für mich selbst allerdings ist "You're Sixteen" das Meisterstück der Platte, die inzwischen auch in meiner Sammlung einen Platz hat.

Ringo hat sicher ein Leben gelebt, dass sich der Sohn eines Postbeamten niemals hätte vorstellen können, aber er ist tief in seinem Wesen auch immer dieser "simple man" geblieben, den wir alle so mögen. Ringo blieb stets er selbst, als Beatle in der Band oder als ehemaliger Drummer der berühmtesten Band auf Erden. Er war immer sofort zu erkennen, gleich ob er in Beatles-Filmen oder als Schauspieler in anderen Streifen zu sehen war. Ringo ist Ringo und Ringo macht noch immer geile und ehrliche Musik, wie er gerade mal wieder schlitzohrig mit "Y Not" bewiesen hat. Von mir aus kann er so weiter machen - warum nicht?

Einstmals sang Ringo ein wenig selbstironisch über jene kommende Zeit, da er einst 64 sein würde. Er sang über die Zeit, weit weg von einst, da er seine Haare verlieren würde und fragte sich, ob er dann noch geliebt werden würde. Heute nun ist er 70 und verdammt noch mal, JA Ringo, ich mag dich noch immer und es wird so bleiben, denn so viele Haare habe ich auch nicht mehr und ein Leben ohne die BEATLES, ohne John, Paul, George und Ringo, gelebt zu haben, wäre mir der gleiche Graus, wie einem Pfarrer die Erkenntnis, dass es Gott wohl doch nicht gäbe...

Deshalb Ringo, bleib' gesund und munter und vor allem so, wie Du seit Ewigkeiten bist. Ich wünsche mir, ich werde auch noch deinen 80sten, 90sten und auch noch 100sten Geburtstag erleben, denn dann weiß ich (mit meinen 10 Jahren weniger), dass es mir auch gut gehen wird und ich noch immer darauf abfahre, die Musik der Fab Four zu hören und sei es mit einem Hörgerät!

Happy Birthday, Ringo, you're the greatest - Y NOT !